Umtausch setzt sich rasch fort: Warteschlangen vor Banken werden kaum kürzer

Umtausch setzt sich rasch fort
Warteschlangen vor Banken werden kaum kürzer

Auch am zweiten Handelstag nach der Einführung des Euro-Bargeldes haben sich vor den Schaltern deutscher Banken und Sparkassen wieder lange Schlangen gebildet. Nach Angaben von Banken setzte sich am Donnerstag der rasche Umtausch von D-Mark in Euro fort, der bereits am Vortag zu einem Ansturm auf die Schalterhallen geführt hatte.

Reuters FRANKFURT. Die Informationen der Banken über getauschte D-Mark-Beträge oder Abhebungen an den Geldautomaten waren jedoch vielfach noch unvollständig und kaum vergleichbar.

In den Filialen der Dresdner Bank wurden nach Angaben eines Sprechers am Mittwoch 500 000 Transaktionen abgewickelt, im Vergleich zu 180 000 an einem durchschnittlichen Geschäftstag. Über die eingezahlten D-Mark-Beträge und das Volumen abgehobener Euro konnte der Sprecher zunächst keine Angaben machen. Das Durchrechnen brauche noch Zeit. Commerzbank, Deutsche Bank 24 (DB 24) und HypoVereinsbank nannten keine Zahlen zur Nutzung der Filialen und zu den Umtauschvolumina von D-Mark in Euro.

Ein Sprecher der DB 24 sagte jedoch, es sei augenscheinlich, dass die Deutschen die D-Mark sehr schnell in Euro tauschten. Die Bank sei davon überrascht worden, könne den Umtausch aber bewerkstelligen. "Es gibt einen sehr hohen Wechselbedarf. Die Euro-Skepsis wandelt sich sehr schnell in Euphorie", sagte der Sprecher.

An den 1700 Geldautomaten der DB 24 seien zwischen dem Beginn der Bargeldausgabe am 1. Januar um 0.00 Uhr und Donnerstagvormittag 994 000 Transaktionen ausgeführt worden. Rechne man das Transaktionsvolumen auf gesamten Monat hoch, ergebe sich ein Wert, der doppelt so hoch sei wie das Vergleichsvolumen im Januar 2001. Über das Volumen der Abhebungen gebe die Bank aus Sicherheitsgründen keine Auskunft, sagte der Sprecher weiter.

Die Dresdner Bank gab die Zahl der Nutzungen ihrer Geldautomaten am Mittwoch bis 14 Uhr mit rund 119 729 an. Es seien 29,1 Mill. Euro abgehoben worden, was im Schnitt einer Abhebung von 215,50 Euro pro Kunde entspreche.

An den Geldautomaten der Commerzbank gab es am Mittwoch den Worten eines Sprechers zufolge 250 000 Abhebungen, verglichen mit etwa 100 000 an einem durchschnittlichen Tag. Das Durchschnittsvolumen pro Abhebung habe bei 150 Euro gelegen.

Derweil blieben die Schlangen vor den Schaltern auch am Donnerstag weiter lang. Vor einer Filiale der Frankfurter Sparkasse 1822 sortierten zwei Mitarbeiter schon am Morgen wieder die Kunden vor dem Eingang in verschiedene Warteschlangen. Ein Teil der Umtauschwilligen musste allerdings vor dem Gebäude warten, um eine Überfüllung im Schalterbereich zu vermeiden. "Als wir um 8.00 Uhr öffneten, war es ruhig, aber schon um 8.15 Uhr ging es wieder los", sagte ein Mitarbeiter. Auch in den Frankfurter Filialen von Dresdner Bank und Citibank standen die Bankkunden bereits dicht gedrängt. Die Verkäuferin eines kleinen Modegeschäfts berichtete, ihr Chef habe eine Stunde für zusätzliches Wechselgeld in der Bank angestanden.

Der DB-24-Sprecher erwartet, dass der Kudenandrang auch in den kommen Tagen noch anhalten wird. Die Sprecher von Dresdner Bank und HypoVereinsbank berichteten noch immer von langen Schlangen, der Andrang sei aber nicht mehr ganz so groß, wie noch am Vortag.

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