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UMTS-Bietergefecht spitzt sich zu - Über 91 Mrd. DM geboten

T-Mobil (D1) und Mannesmann (D2) halten an ihrer Strategie fest, drei Frequenzblöcke zu ersteigern

dpa MAINZ. Im Bietergefecht um die milliardenschweren UMTS- Mobilfunklizenzen in Deutschland steigt die Spannung: Die Höchstgebote für die zwölf Frequenzpakete durchbrachen am Mittwoch den Schwellenwert von 90 Mrd. DM. Nach der 160. Runde in Mainz lagen sie bei 91,8 Mrd. DM. Dabei wird der Kampf um die begehrten Konzessionen zunehmend verbissener. Die beiden deutschen Marktführer T-Mobil (D1) und Mannesmann (D2) halten an ihrer Strategie fest, drei Frequenzblöcke zu ersteigern.

Für eine große UMTS-Lizenz war Mannesmann bereit, eine Summe von fast 23 Mrd. DM auf den Tisch zu blättern. Das ist mehr als der gesamte Börsenwert des ThyssenKrupp-Konzerns. Eine kleine Lizenz mit zwei Paketen war nicht mehr unter 15 Mrd. DM zu haben. Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, sprach von einem spannenden Verlauf der Auktion. Ein Ende der bislang spektakulärsten Versteigerung in Deutschland war bis zum Nachmittag nicht absehbar.

Keiner der sechs Bewerber, die noch im Rennen waren, zeigte Anzeichen von Schwächen. Nach Einschätzung von Beobachtern hängt der weitere Verlauf auch vom Bieterverhalten der T-Mobil und Mannesmann Mobilfunk ab. Beide Unternehmen steigerten weiter für eine große UMTS-Lizenz. In diesem Fall müsste aber ein Bewerber vorzeitig ausscheiden, weil nicht genügend Frequenzpakete (zwölf) vorhanden sind. Als möglicher Kandidat wird die Gruppe G3 (Sonera/Telefónica) gehandelt.

Die Stuttgarter Telefongesellschaft debitel hatte sich am Ende der zweiten Auktionswoche wegen der hohen Kosten aus dem Bietergefecht verabschiedet. Damit wurde der Weg für die übrigen sechs Bewerber frei, jeweils eine UMTS-Lizenz (zwei Frequenzpakte) zu ersteigern. T Mobil - und Mannesmann wollen aber offenbar verhindern, dass zu viele Neulinge ihnen Konkurrenz machen.

Experten halten einen Block von zwei Frequenzen für ausreichend, um vollwertige UMTS-Dienste anzubieten. Außerdem ließe sich eine solche Lizenz noch durch weitere Frequenzen anreichern, die im Anschluss an die Auktion unter den Gewinnern versteigert werden. Dabei geht es im wesentlichen um zusätzliche Kanäle, über die einseitig große Datenmengen - wie beim Herunterladen von Internetdateien - transportiert werden können.

Wichtig sei das Ersteigern des dritten Pakets für die Marktführer vor allem unter dem Gesichtspunkt, andere Wettbewerber aus dem Markt herauszuhalten. Mit einem dritten Frequenzblock können UMTS-Dienste nur verfeinert werden. Für D1 und D2 könnte sich einer Studie der Düsseldorfer WestLB Panmure zufolge eine solche Strategie lohnen: "Sie haben die finanziellen Mittel und durch die größere Kundenbasis einen ausreichenden Nutzen durch mehr Spektren".

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