UMTS-Finanzierung
Mobilcom und France Télécom: Streit eskaliert

Der Streit zwischen der France Telecom und der Mobilcom AG droht offenbar weiter zu eskalieren, nachdem die französische Regierung nach einem Zeitungsbericht Druck auf das halbstaatliche französische Unternehmen ausübt.

Reuters HAMBURG. Die Tageszeitung "Liberation" berichtete in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf einen Berater von Finanzminister Laurent Fabius, die französische Regierung dränge France Telecom, sich aus ihrer Beteiligung zurückzuziehen. MobilCom kündigte unterdessen an, eventuell Teile der bislang vertraulich behandelten Kooperationsvereinbarung mit France Telecom zu veröffentlichen, die sich auf die Finanzierungsverpflichtungen des französischen Unternehmens beim Aufbau des UMTS-Mobilfunknetzes in Deutschland beziehen. Die am Neuen Markt notierte Aktie legte zunächst deutlich zu, verlor bis Mittag aber wieder einen Teil ihrer Zugewinne.

"Liberation": Französische Regierung nimmt Einfluss



"France Telecom hat keine Wahl mehr. Sie muss sich aus diesem deutschen Schlamassel zu möglichst niedrigen Kosten verabschieden", zitierte die Zeitung "Liberation" einen namentlich nicht genannten Berater von Finanzminister Laurent Fabius. Eine Stellungnahme des Finanzministeriums war in Paris zunächst nicht zu erhalten. France Telecom ist mit 28,5 % an Mobilcom beteiligt und hält eine Option, 2003 von Mobilcom-Chef und Hauptaktionär Gerhard Schmid die Mehrheit zu übernehmen.

Medienberichten zufolge werden die möglichen finanziellen Belastungen für die hoch verschuldete France Telecom aus ihrem Mobilcom-Engagement auf bis zu 15 Mrd. Euro geschätzt. Durch einen schnellen Ausstieg könnten die Lasten auf 4,2 Mrd. Euro begrenzt werden. Soviel habe France Telecom bisher in das Büdelsdorfer Unternehmen investiert, berichtete "Liberation".

Unterdessen teilte Mobilcom mit, die Veröffentlichung der Teile des Kooperationsabkommens mit der France Telecom zu erwägen, die sich auf deren Finanzierungsverpflichtungen beim Aufbau des UMTS Mobilfunks bezögen. Damit reagiere MobilCom auf Berichte, wonach die Verpflichtungen unverbindlicher seien als von dem Büdelsdorfer Telekommunikationsunternehmen dargestellt, sagte ein Unternehmenssprecher. Ein Termin für die Veröffentlichung hänge von der Reaktion von France Telecom ab.

FT und Mobilcom streiten um UMTS-Zukunft

France Telecom und Mobilcom streiten über die Kosten für den Netzaufbau von UMTS in Deutschland. Während der Büdelsdorfer Telekommunikationskonzern bis Ende 2003 rund 1,4 Mrd. Euro in den Netzaufbau investieren will, fordert die hoch verschuldete France Telecom, die Ausgaben zu strecken. Mobilcom beruft sich auf eine Zusage, wonach France Telecom über die UMTS-Lizenzkosten von 8,4 Mrd. Euro hinaus bis 2010 weitere Mittel von bis zu zehn Mrd. Euro für den Netzaufbau bereitstellen solle.

Aktie profitiert von Veröffentlichungsplänen

Der Kurs der Mobilcom-Aktie legte nach der Bekanntgabe der Veröffentlichungspläne zunächst deutlich zu, verlor im Tagesverlauf aber etwas von ihren Zugewinnen. Am Mittag notierte der Titel in einem freundlichen Gesamtmarkt bei 13,59 Euro mit 0,67 % im Plus.

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