UMTS-Gebote steigen auf über 47 Milliarden DM
UMTS-Gebote steigen auf mehr als 47 Milliarden DM

Die Versteigerung reißt immer größere Löcher in die Kassen der Bieter. Etliche Konzerne planen nun milliardenschwere Anleihen, um den Lizenzerwerb zu finanzieren.

dpa MAINZ. Die Versteigerung der deutschen UMTS-Lizenzen reißt immer tiefere Milliardenlöcher in die Kassen der Mobilfunkkonzerne. Nach der 115. Versteigerungsrunde in Mainz stiegen die Höchstgebote am Donnerstag auf 47,29 Mrd. DM. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) könnte nach diesem bisherigen Stand bereits doppelt so hohe Einnahmen wie die ursprünglich eingeplanten 20 Mrd. DM erwarten. Trotz der hohen Gebote befanden sich alle sieben Bieter weiter im Rennen. Mit einer Entscheidung der spektakulären Auktion rechnen Beobachter womöglich in der kommenden Woche.

Wegen der hohen Lizenzkosten planen nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe) auch British Telecom und France Télécom in Kürze milliardenschwere Anleihen zu platzieren. Beide Unternehmen sind über ihre deutschen Beteiligungen VIAG Interkom beziehungsweise Mobilcom an der Auktion beteiligt. Die Deutsche Telekom hatte im Juni eine riesige Anleihe von 13,5 Mrd. $ begeben.

An der Spitze des Feldes lag am Donnerstagabend die Telekom-Tochter T-Mobil mit 11,68 Mrd. DM für drei Frequenzpakete. Es folgten Mannesmann Mobilfunk mit 8,05 Mrd. DM und Mobilcom mit 8,0 Mrd. DM für je zwei Pakete. Dieses Bild wandelt sich aber von Runde zu Runde. Seit Mittwochabend stieg die Summe der Höchstgebote innerhalb eines Auktionstages um fast 14 Mrd. DM. Eine kleine Lizenz mit zwei Frequenzblöcken ist inzwischen nicht mehr unter 7,9 Mrd. DM zu haben.

Die großen Zuwächse erklären sich aus der dynamisch angelegten Auktion: Da in jeder Runde die Höchstgebote um zehn Prozent übertroffen werden müssen, nehmen die Summen automatisch überproportional zu. Die Regulierungsbehörde für Telekommuniaktion und Post kann dieses so genannte Mindestinkrement heruntersetzen, wodurch sich die Zuwächse wieder verlangsamen würden. Hierzu hat sie bislang aber noch keinen Anlass gesehen.

Der Bundesfinanzminister will die Auktionserlöse komplett zur Tilgung von Staatsschulden nutzen. Die dadurch frei werdenden Mittel durch Zinsersparnisse sollen unter anderem in Verkehrsvorhaben und in die Bildung investiert werden. Der Poker um die Handy-Lizenzen der Zukunft stößt damit allmählich in britische Dimensionen vor. Bis zum Ende der zweiten Auktionswoche an diesem Freitag könnten die Gebote nach Einschätzung von Beobachtern auf 60 Mrd. DM hoch schnellen. Im April hatte die UMTS-Auktion in Großbritannien umgerechnet 75 Mrd. DM erbracht.

Drei Pakete sind die Höchstzahl, zwei müssen ersteigert werden, um in den Besitz einer UMTS-Lizenz zu gelangen. Mindestens ein Bewerber muss sich aus der Auktion zurückziehen, bevor der Hammer fällt. Von der UMTS-Technik, die ab 2003 die superschnelle Datenübertragung und Multimedia über Handy ermöglicht, versprechen sich die Lizenzgewinner Milliarden-Geschäfte./DP/sk

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