UMTS-Handys sollen 2002 auf dem Markt sein
Siemens sucht Kooperationspartner für Handys

Der Siemens-Konzern strebt nach den Worten von Vorstandschef Heinrich von Pierer Kooperationen in der Handy-Sparte an, hat die Partnerschaft mit dem japanischen Elektronikkonzern Toshiba bei der Entwicklung von UMTS-Handys aber auf Eis gelegt.

Reuters MÜNCHEN. Siemens spreche mit vielen möglichen Partnern und schließe eine Zusammenarbeit, die über UMTS hinausgeht, nicht aus, sagte von Pierer auf der Bilanzpressekonferenz in München. Im Handygeschäft sehe er in den vergangenen Wochen eine leichte Erholung. Für das laufende, im September 2002 endende Geschäftsjahr wolle Siemens trotz des schwierigen Umfelds deutliche Ergebnisverbesserungen erreichen.

Die im November 2000 angekündigte Zusammenarbeit mit Toshiba zur Entwicklung von Mobiltelefonen für die dritte Generation ruhe derzeit, bestätigte der Siemens-Chef. "Die Kooperation konnte nicht mit Leben erfüllt werden", gab er zu. Siemens halte aber daran fest, 2002 die ersten UMTS-Handys auf den Markt zu bringen und auch eine steigende Nachfrage 2003 zu erfüllen.

Bei Toshiba hieß es, die Kooperation sei beendet worden. "Mit Blick auf die Profitabilität und die Geschäftsaussichten halten wir das Projekt für nicht durchführbar", sagte eine Sprecherin.

Von Pierer sagte, er könne sich weiter Kooperationen bei Kleincomputern (Personal Digital Assistants) und bei UMTS-Handys vorstellen, um Entwicklungskosten zu sparen. Namen möglicher Partner nannte er nicht. "Man redet mit Europäern, mit Amerikanern und Asiaten und die reden auch alle untereinander."

Zuletzt hatten Analysten über eine Handy-Kooperation mit dem US-Konzern Motorola oder den Japanern NEC und Panasonic spekuliert. Der Konzern werde aber seine Selbstständigkeit im Handygeschäft nicht aufgeben und auch die Handy-Produktion nicht vollständig auslagern, wie das andere Konkurrenten täten, betonte von Pierer.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Siemens einen durch Restrukturierungskosten belasteten Konzerngewinn nach Steuern von 2,088 (Vorjahr: 8,86) Mrd. Euro erzielt. Verluste schrieben dabei vor allem die Sparten Mobilfunk (ICM), Netzwerke (ICN) und Siemens Business Services (SBS), die unter der Investitions-Zurückhaltung der Telekommunikations-Branche und der überraschend schwachen Handy-Nachfrage litten.

Mit einem massiven Sparkurs und dem Abbau von knapp 17 000 Arbeitsplätzen will Siemens die Sparten wieder profitabel machen. Außerdem hat Siemens den Kommunikationssparten ein Jahr länger Zeit gegeben, ihre Ziele bei der operativen Umsatzrendite (Ebita-Marge) zu erreichen. Für sie gilt nun die Frist bis 2004 und nicht 2003 wie für alle anderen Geschäftsbereiche des Mischkonzerns.

Er sehe bereits eine gewisse Erholung des Handygeschäfts, gab sich von Pierer optimistisch. "Ich erwarte, was die Stückzahlen angeht, ein ganz gutes (erstes) Quartal." Ziel im laufenden Geschäftsjahr sei es, den Marktanteil bei der Handyproduktion wieder zu steigern. Zuletzt war Siemens nach den Zahlen des Marktforschungsinstituts Gartner Dataquest mit einem Marktanteil von 7,1 % auf Platz fünf der weltweiten Handyhersteller zurückgefallen.

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