UMTS-Interesse lässt nach
UMTS-Auktion in der Schweiz wird verschoben

Die für Montag geplante Versteigerung von vier Mobilfunklizenzen der dritten Generation (UMTS) in der Schweiz ist mangels einer ausreichenden Zahl von Teilnehmern verschoben worden und wird möglicherweise ganz abgesagt. Nach Angaben des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) vom Montag blieben zuletzt noch vier Interessen für vier Lizenzen, nachdem die beiden Schweizer Telekom-Firmen diAx und Sunrise am Sonntag Abend buchstäblich in letzter Minute dem Bakom den Plan für eine Fusion übermittelt hatten. Ursprünglich hatten sich zehn Unternehmen zur Auktion angemeldet.

rtr BERN. Das Bakom will nach den Worten ihres Direktors Marc Furrer nun eine "Auszeit nehmen" und die Lage neu prüfen. Möglicherweise komme es trotzdem noch zu einer Auktion, hiess es beim Bakom weiter. Die vier verbleibenden Kandidaten könnten eventuell Präferenzen für einzelne UMTS-Frequenzen haben, da die Bänder unterschiedlich gut zu ausländischen Frequenzen passen. In Frage komme aber auch eine Zuweisung der Lizenzen gegen eine jährliche Konzessionsgebühr. Ausgeschlossen sei auch nicht, dass das ganze Verfahren neu eröffnet wird und auch neue Teilnehmer zugelassen würden, erklärte Furrer weiter. Die Schweizer Swisscom erklärte, sie würde gegen eine Neueröffnung der Auktion rechtlich vorgehen. Ursprünglich hatte das Bakom einen Mindestpreis von 50 Mill. sfr je Lizenz angesetzt. Es wurde aber ein Auktionserlös von etwa acht Mrd. sfr erwartet. Durch das gelichtete Teilnehmerfeld wären die Lizenzen nun wahrscheinlich zum Mindestpreis an die vier verbliebenen Unternehmen gegangen. Gewerkschaften und Sozialdemokraten wollten sich mit den relativ niedrigen 200 Mill. sfr nicht abfinden und forderten am Wochenende ein neues Verfahren.

Zwar kommt die Verschiebung der Auktion in der Schweiz etwas überraschend. Aber nach Ansicht von Experten zeigten die Auktion in Holland, Italien und Österreich, dass das Interesse der Unternehmen an UMTS abnehme. Nachdem in Grossbritannien und Deutschland noch astronomische Summen für Lizenzen bezahlt wurden, seien die Unternehmen entweder nicht mehr bereit oder in der Lage, das nötige Geld für weitere Lizenzen aufzutreiben.

Im Vorfeld der Auktion hatten sich Teldotcom, die norwegische Telenor, die chinesische Hutchison, die mehrheitlich von der US-Gesellschaf NTL gehaltene Schweizer Cablecom und T-Mobile zurückgezogen. Nach der Fusion von Sunrise und Diax blieben neben der neuen Fusionsfirma noch Swisscom , Telefonica und Orange als Bieter.

Am Montag übernahm Tele Danmark die Mehrheit an den beiden Schweizer Telekom-Unternehmen Sunrise und Diax und erklärte weiter, die beiden Firmen würden fusionieren. Unter anderem kauft Tele Danmark ein Sunrise-Paket von British Telecom. Durch die Fusion, die noch von der Wettbewerbsaufsicht geprüft werden muss, entsteht hinter dem ehemaligen Monopolbetrieb Swisscom das zweitgrösste Schweizer Telekomunternehmen.

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