UMTS-Lizenzen für rund 5,2 Mrd. DM verkauft
UMTS-Auktion in den Niederlanden beendet

Die Versteigerung von fünf UMTS-Lizenzen in den Niederlanden ist am Montag mit einem deutlich niedrigen Erlös als von der Regierung anfangs erwartet abrupt zu Ende gegangen. Finanzminister Gerrit Zalm teilte in Den Haag mit, die Lizenzen seien für insgesamt 5,9 Millarden Gulden (rund 5,2 Mrd. DM) verkauft worden.

Reuters DEN HAAG. Vor Beginn der Versteigerung hatte die Regierung noch mit einem Erlös von 20 Mrd. Gulden gerechnet. Zuletzt lagen nur sechs Bietergruppen im Rennen. Die Versteigerung der Lizenzen endet, wenn keine neuen Höchstgebote eingehen. Ausschlaggebend für das jähe Ende der Auktion sei das Ausscheiden des Mitbieters VersaTel gewesen, hieß es aus Branchenkreisen Libertel und KPN teilten mit, sie hättenfür je 1,57 Mill. Gulden den Zuschlag für jeweils eine der beiden bestausgestatteten A und B Lizenzen erhalten. Um diese Lizenzen war nach Angaben aus Bieterkreisen ein Bieterkampf zwischen British Telecoms Telfort, dem von Vodafone Airtouch kontrollierten Libertel und KPN Mobile entbrannt. Telfort habe schließlich zugunsten einer kleineren Lizenz auf ein höheres Gebot verzichtet.

Die kleineren Lizenzen sind an 3G Blue, die mehrheitlich zur France Telecom gehörende Dutchtone und Telfort gegangen. 3G Blue, das Konsortium von Deutsche Telekom , Belgacom [BGC.UL], und Tele Danmark , teilte mit, sie habe für die Lizenzen umgerechnet rund 770 Mill. DM auf den Tisch gelegt. Mitbieter VersaTel wurde in der letzten Runde aus dem Rennen geworfen. Die Gruppe, die noch nicht auf dem niederländischen Mobilfunkmarkt aktiv ist und als Außenseiter galt, gab bekannt, sie erwäge eine Klage gegen die Regierung.

In der Branche hatten nach den hohen Versteigerungserlösen in Großbritannien Befürchtungen über sinkende Gewinne der Unternehmen die Runde gemacht. Ursprünglich hatten sich zehn Bieter für die niederländische Versteigerung interessiert. Gleich zu Beginn der Versteigerung am 6. Juni hatten die Bietergruppen Hutchison 3G der Hongkonger Hutchison Whampoa und Nogenta Swedish Acquisitions vom britischen Kabelnetzbetrieber NTL das Handtuch geworfen.

Die UMTS (Universal Mobile Telecommunications Service)-Lizenzen sind bei heiß begehrt, da sie den direkten Zugang zum Zukunftsmarkt von multimedia- und internetfähigen Handys ermöglichen.

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