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UMTS-Lizenzen: Vivendi provoziert Ärger

Der Medienkonzern Vivendi Universal hat in Frankreich die erste Ratenzahlung für die UMTS-Lizenz von 619 Mill. Euro (1,2 Mrd. DM) auf ein Sperrkonto überwiesen und damit den Zorn von Finanzminister Laurent Fabius heraufbeschworen.

dpa PARIS. Das Ministerium habe mit "Überraschung und Unverständnis" auf diese beispiellose Eigenmächtigkeit reagiert, schrieb die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" (Montagausgabe), die sich auf Angaben aus dem Finanzministerium berief. Der zweite UMTS-Lizenz- Inhaber France Telecom/Orange hat die erste Teilzahlung ohne Protest überwiesen.

Die Mobiltelefon-Tochter von Vivendi, SFR/Cegetel, "will einen konstruktiven und freundschaftlichen Dialog mit der Regierung über die Modalitäten der Zahlungen in dem neuen wirtschaftlichen Umfeld einleiten", sagte SFR/Cegetel-Chef Philippe Germond der Zeitung.

Vivendi Universal will den im Frühjahr 2000 festgesetzten Preis der Lizenz von 4,95 Mrd. Euro wegen der schwachen Wirtschaftlage neu aushandeln. Als weiteres Argument für Neuverhandlungen führt Vivendi Universal Verspätungen bei der Entwicklung der Telefon-Technik für Geräte der dritten Generation sowie die schwierige Marktsituation nach den Terroranschlägen in den USA an. Die neuen Dienste werden nach Schätzungen von SFR nicht vor 2004 verfügbar sein. "Der Streit verspricht lang zu werden", sagte ein Experte des Unternehmens.

Die französische Regierung denkt bereits über verbesserte Nutzungsbedingungen wie längere Laufzeiten für die UMTS-Lizenzen nach, doch wurden bisher nichts Konkretes beschlossen. Im Mai dieses Jahres konnte die Regierung wegen der hohen Preise nur zwei von vier Lizenzen vergeben. Eine erneute Vergabe wird frühestens nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im kommenden Frühjahr erwartet.

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