UMTS-Lizenznehmer
Wettbewerb durch Absprachen

Schon der gute alte Adam Smith vermutete vor mehr als 200 Jahren, dass "Leute von demselben Gewerbe selten nur zu Lustbarkeiten und Zerstreuungen" zusammenkommen. "Meist endet ihre Unterhaltung mit einer Verschwörung gegen das Publikum oder einem Plan zur Erhöhung der Preise", schrieb der Ökonom 1776.

Diesmal könnte Adam Smith Unrecht haben: Zurzeit unterhalten sich die UMTS-Lizenznehmer miteinander und mit der Telekom-Regulierungsbehörde, um sich die sündhaft teure Technik für die neuen Netze zu teilen. Die Unternehmen wollen kooperieren, damit alle Netzbetreiber die UMTS-Technik schnell und flächendeckend einführen und diesen finanziellen Kraftakt stemmen können.

Eine Verschwörung gegen ihre Kunden mit überhöhten Preisen können sich die UMTS-Lizenznehmer aber wohl kaum leisten. Damit sich die gigantischen Investitionen in die neue Technik amortisieren, müssen sich die Mobilfunknetzbetreiber schnell einen großen Marktanteil sichern - und die potenziellen Kunden von den Möglichkeiten der mobilen Multimedia-Welt überzeugen. Mit überzogenen Preisen wird das nicht zu machen sein. Seit Jahren sind die Kunden ja daran gewöhnt, dass es die meisten Internetinhalte kostenlos gibt.

Eine Zustimmung der Regulierungsbehörde zu den Kooperationsplänen steht noch aus. Fest steht nur so viel: Die Unternehmen könnten so Geld sparen. Und angesichts der düsteren Aussichten für die Lizenznehmer, der Schulden und der Stimmung an den Börsen könnte dies gerade den kleineren unter den Telekom-Unternehmen das Überleben sichern. Sonst bleibt am Ende im schlimmsten Fall ein Duopol übrig, bestehend aus den beiden Marktführern auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, T-Mobil und D2 Vodafone. Und das kann erst recht nicht im Sinne der Regulierungsbehörde sein, die sechs Lizenzen versteigerte, um möglichst großen Wettbewerb sicherzustellen.

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