UMTS-Netzbetreiber hoffen auf hohe Einnahmen aus dem Datenverkehr
Mobilfunkern laufen die Kosten davon

Die teuren UMTS-Lizenzen liegen den Telekomfirmen schwer im Magen. Deshalb suchen die Netzbetreiber nach Partnerschaften. Statt Sprachtelefonie sollen Datenübertragungen den Großteil der Umsätze bringen.

HB DÜSSELDORF. Die künftigen UMTS-Netzbetreiber setzen auf Partnerschaften mit anderen Unternehmen, um neue Einkommensquellen zu erschließen und die Kosten beim Aufbau der Netze der dritten Mobilfunkgeneration zu senken. Viag Interkom will dabei mit so genannten virtuellen Netzbetreibern kooperieren und ihnen Kapazitäten auf den eigenen Netzen verkaufen. E-Plus und T-Mobil wollen möglichst vielen Inhalte-Zulieferern eine Plattform für ihre Dienste anbieten. Multi Access nennt E-Plus seine Strategie. Die Kunden sollen die Inhalte mobil per Handy oder Computer zu Hause oder im Büro abrufen können.

Nach dem Rekordjahr 2000, in dem sich die Gesamtzahl der Mobilfunkkunden auf 48 Millionen verdoppelt hat, gehen die Unternehmen jetzt von einem langsameren Wachstum aus. Statt der Sprachtelefonie soll künftig die Übertragung von Daten den Großteil der Umsätze bringen. Als eine der "Killerapplikationen", die die Kunden für mobile Multimediaangebote einnehmen soll, gelten ortsbezogene Dienste.

Damit können Handy-Besitzer künftig auf ihren Handys Informationen empfangen, die speziell auf den jeweiligen Standort abgestimmt sind. Solche "Location Based Services", wie E-Plus und Viag Interkom sie bereits vorgestellt haben, nennen das nächst gelegene Restaurant oder Hotel und helfen, den Weg dorthin zu finden. Die Ortsdienste funktionieren über das Wireless Application Protocol (WAP), das einen abgespeckten Internet-Zugang über Mobiltelefone ermöglicht. Durch die ortsabhängigen Angebote hoffen die Mobilfunkanbieter auf eine WAP-Renaissance. WAP-Telefone sind schon lange auf dem Markt. Wegen mangelnder Dienste und geringer Übertragungsrate blieb das Angebot aber hinter den Erwartungen der Anbieter zurück. Der neue Mobilfunkstandard GPRS (General Packet Radio Service) soll die WAP-Angebote jetzt deutlich schneller machen. "Mit unseren standortbasierten Auskünften machen wir die Vorzüge von WAP für den Kunden jetzt konkret erlebbar", sagt E-Plus-Geschäftsführer Uwe Bergheim.

Einige der Unternehmen drängten erneut darauf, beim Aufbau der Netze der dritten Mobilfunkgeneration mit der Konkurrenz zusammenzuarbeiten: "Ich halte es sowohl aus ökonomischer wie auch aus ökologischer Sicht für höchst erstrebenswert, wenn sich die Netzbetreiber zusammentun", sagt Interkom-Chef Maximilian Ardelt, "um Kosten zu sparen und möglichst schnell Flächendeckung zu erreichen."

In Gesprächen mit der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post versuchen die Unternehmen herauszufinden, wie weit sie kooperieren dürfen, ohne gegen die Lizenzbedingungen zu verstoßen. "Es ist ein sensibles Thema, aber es wird Bewegung geben", sagte Bergheim. T-Mobil-Chef Rene Obermann spricht sich nur in Maßen für Kooperationen aus: "Der Qualitätswettbewerb zwischen den Anbietern muss erhalten bleiben." Die Unternehmen erwarten in den nächsten Wochen eine Entscheidung. Sechs Mobilfunkanbieter hatten im August vergangenen Jahres insgesamt knapp 100 Mrd. DM für UMTS-Lizenzen in Deutschland ausgegeben.

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