UMTS-Streit
Viag fordert Spitzengespräch zu UMTS-Lizenzkosten

Viag Interkom fordert UMTS-Kosten in Höhe von 6 Milliarden Mark zurück oder will dafür Erleichterungen beim Aufbau des UMTS- Netzes erhalten.

Retuers BERLIN. Das Telekommunikations-Unternehmen Viag Interkom drängt auf ein Spitzengespräch von Politik und Wirtschaft über die Kosten der UMTS- Lizenzversteigerung. Man habe ein entsprechendens Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) geschickt und darin auf die gravierenden Auswirkungen der hohen Preise auf den Zukunftsmarkt Telekommunikation hingewiesen, sagte Viag- Geschäftsführer Maximilian Ardelt am Mittwoch in Berlin.



Viag Interkom fordert UMTS-Kosten in Höhe von sechs Milliarden Mark zurück oder will dafür Erleichterungen beim Aufbau des UMTS- Netzes erhalten. Das Wirtschaftsministerium bestätigte den Erhalt des Schreibens und erklärte, man prüfe den Vorgang.



Viag Interkom hatte im Sommer für etwa 16 Milliarden Mark eine der sechs vergebenen UMTS-Lizenzen für den Mobilfunk der nächsten Generation ersteigert. Bei einem Preis von zehn Milliarden Mark war die Firma Debitel aus der Auktion ausgestiegen. Danach hätten die Lizenzen unter den verbliebenen Bieter verteilt werden können. Da es aber möglich war, auch mehrere Frequenzblöcke zu erteigern, lief die Auktion bis zu einem Preis von 16 Milliarden Mark weiter, ohne dass dies einem Bieter gelang. Diese Mehrkosten von sechs Milliarden will Viag Interkom zurück. Der Mitbieter Mobilcom will sogar gerichtlich gegen das Auktionsverfahren vorgehen.



Ardelt wies daraufhin, dass die Unternehmen allein für Zinsen jedes Jahr eine Milliarde Mark aufbringen müssten. Dies würde wiederum zu weniger Investitionen der Firmen und höheren Preisen für die Kunden führen. Ardelt sprach von einer "Vorabsteuer" des Staates, die maßgeblich durch das Bieterverhalten der Deutschen Telekom hochgetrieben wurde, die zu großen Teilen noch in Staatsbesitz sei. Da man realistisch nicht von einer Rückerstattung der sechs Milliarden Mark durch das Finanzministerium rechnen könne, müsse es Kompensationen anderer Art geben.



So könne es etwa anders als bislang vereinbart die Möglichkeit geben, Lizenzen auch wieder zu verkaufen. Zudem solle sich die Bundesregierung in Brüssel für mehr Wettbewerbsgleichheit einsetzen: Die spanische Telefonica habe in Deutschland nur mitbieten können, da sie die UMTS-Lizenz auf dem Heimatmarkt praktisch umsonst erhalten habe.

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