UMTS, WLAN und Bluetooth
Kabellose Freiheit

Ob das lang erwartete UMTS, WLAN oder Bluetooth - kabellos ist in. Wer über Funk mit Laptop, PDA oder Handy in Netzwerken arbeitet, liegt im Trend.

Den Blick auf das PDA-Display gesenkt steht Stefan Hergarten in Halle 23 und ruft seine Internet-Mails ab: "Wow, das funktioniert ja richtig gut!" Über ein lokales kabelloses Netzwerk hat sich der 43jährige Außenhandelskaufmann aus Weimar ins World Wide Web eingeloggt - im weltweit größten Hot Spot, den Cisco und Mobilcom auf der CeBIT installiert haben. Im Gegensatz zu gängigen Verbindungen etwa via GPRS ist der Download der Daten in Sekundenschnelle geschehen. WLAN (Wireless Local Area Network, kabelloses lokales Netzwerk) ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 11 Megabit pro Sekunde.

Rund 200 Sendestationen, sogenannte Access Points, decken fast das gesamte Messegelände mit rund 300.000 Quadratmetern ab. Die Access Points sind via Kabel mit dem Computersystem verbunden. Sie spannen das Funknetz, über das Besucher mit entsprechend ausgerüsteten Notebook oder PDA in die kabellose Internetwelt auf der CeBIT eintauchen. Einziger Schönheitsfehler: Die erforderliche Registrierung im Media Center oder IC Internet Cafe kostet satte 197 Euro. Viel Geld für eine WLAN-Kostprobe, die auf die Dauer der CeBIT begrenzt ist. Von Schnupperpreisen keine Spur.

Die Hersteller kabelloser Netzwerke sind trotzdem guter Dinge, dass die Technologie nach Unternehmen und Universitäten auch das Privatkundengeschäft erobern wird. "Das ist Grundvoraussetzung für den Erfolg von WLAN, Bluetooth und Co", glaubt Ralf Kothe, Marketing Manager bei Cisco. Auch Produktmanager Jean Bondy von Compaq ist sich sicher: "Das Privatkundengeschäft ist der Motor für die WLAN-Technologie." Das rege Besucherinteresse auf der CeBIT macht beide zuversichtlich.

An eine Gefahr für UMTS durch WLAN glauben die Hersteller nicht. "Die verschiedenen Möglichkeiten drahtloser Datenübertragung und Netzwerktechnik werden nebeneinander existieren", ist sich Cisco Manager Ralf Kothe sicher. Anders als UMTS-Netze ist WLAN lokal begrenzt. Je nach Positionierung der Access Points ist die Reichweite des Funknetzes auf 50 Meter im Innern eines Gebäudes beschränkt bzw. etwa 350 Meter auf offenem Gelände. Wer den HotSpot verlässt, muss sich anders als bei UMTS neu einwählen, da die Übertragung in eine neue Funkzelle bislang nicht möglich ist.

Wer auf der CeBIT bereits eine buntbewegte UMTS-Demonstration erwartet, wird jedoch enttäuscht. Statt bewegter Bilder auf Handy-Displays darf der Besucher fast ausschließlich Demonstrationen auf Laptops begutachten. Netzbetreiber wie Vodafone verweisen auf fehlende Endgeräte und wollen frühestens im Herbst mit UMTS-Angeboten starten. Lediglich Motorola präsentierte am Stand ein UMTS-Handy, das der Besucher jedoch nur bestens behütet bei Vorführungen zu Gesicht bekam.

In kleinerem Maßstab hat sich eine kabelfreie Datenübertragungstechnik mittlerweile etabliert: Mit Bluetooth können Komponenten eines Computernetzwerks wie Drucker, Scanner und Desktop im Umkreis von bis zu zehn Metern verbunden werden. Im Gegensatz zu einer Datenrate von bis zu 11 Megabit pro Sekunde bei WLAN ist mit Bluetooth lediglich 1 Megabit in der Sekunde möglich. Dafür können mit dieser Technologie mehrere Geräte gleichzeitig Kontakt aufnehmen und die Störanfälligkeit ist niedriger als die von WLAN.

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