Umwandlung zur kostenpflichtigen Musiktauschbörse
Napster steht in den Startlöchern

Die Bertelsmann E Group-Commerce (BeCG) hat die Einigung der Online-Tauschbörse Napster mit diversen US-Musikverlagen begrüßt. Das sei ein großer Schritt in die richtige Richtung und ein guter Erfolg für Napster, sagte ein BeCG-Sprecher am Dienstag.

Reuters HAMBURG. Bertelsmann war im Herbst vergangenen Jahres eine strategische Allianz mit Napster eingegangen, in deren Rahmen die BeCG Napster bei der Umwandlung in einen kostenpflichtigen Musikservice unterstützt. Napster hatte sich am Montag mit Tausenden Musikverlagen auf einen vorläufigen Lizenzvertrag zum Online-Vertrieb geeinigt.

Die Einigung mit den gegen Napster klagenden Musikverlagen verpflichte Napster zu Zahlungen von 26  Mill. $, teilte der US-Verband der Musikverlage (National Music Publishers Association, NMPA) mit. Diese Summe solle die Musikverlage für die unerlaubte Verbreitung der Musik in der Vergangenheit entschädigen. Für die Zukunft hätten sich die Parteien auf eine Vorauszahlung von weiteren zehn Mill. $ geeinigt, durch die Tantiemen für das künftige kostenpflichtige Angebot abgegolten werden sollten.

Die BeCG hatte Napster im Rahmen der Allianz einen Kredit gewährt und im Gegenzug die Option erhalten, sich an Napster zu beteiligen. Zu der Frage, ob die BeCG Napster auch bei den anstehenden Schadenersatzzahlungen unter die Arme greifen wird, lehnte der Sprecher einen Kommentar ab. Er bekräftigte eine frühere Äußerung von Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff, wonach das neue Napster noch in diesem Jahr starten wird. Ursprünglich war der Sommer als Starttermin geplant gewesen.

Altes Napster-Konzept musste geändert werden

Über die von einem US-Teenager entwickelte Musiktauschbörse haben bis zum Frühsommer Mill. Internet-Nutzer komprimierte Musikdateien getauscht, ohne dass die Künstler, Musikverlage und-konzerne dafür bezahlt wurden. Die US-Musikindustrie zog daraufhin vor Gericht und erreichte durch ein Urteil, dass Napster zunächst urheberrechtlich geschützte Stücke herausfilterte und nach eigenen Angaben dann aus technischen Gründen den Dienst ganz einstellte. Die Einigung mit den Musikverlagen wird in der Branche als entscheidend für die Zukunft angesehen, da ohne deren Lizenzen ein legaler Vertrieb von Musikstücken unmöglich ist.

Kritiker zweifeln jedoch dennoch an den Überlebenschancen von Napster: Zum einen weil viele ehemalige Napster-Nutzer inzwischen zu anderen Musiktauschbörsen gewechselt sind und unklar ist, ob sie für kostenpflichtige Angebote zurückkehren werden. Zum anderen, weil auf das kalifornische Start-Up-Unternehmen Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe auch von den Musikkonzernen zukommen könnten. Napster-Chef Konrad Hilbers, der Branchenkreisen zufolge maßgeblich zu der Einigung mit den Musikverlagen beigetragen hat, zeigte sich optimistisch, dass auch Verhandlungen mit den Musikkonzernen eine Zukunft hätten.

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