Umweltfreundliche Leasingvarianten für private und gewerbliche Nutzer
Innovative Mobilitätsmodelle verringern das Verkehrschaos

Das Auto ist das mit Abstand beliebteste Verkehrsmittel der Deutschen. Und daran wird sich so schnell nichts ändern. Kombinierte, aufeinander abgestimmte Angebote der Verkehrsmittel, könnten das Verkehrschaos abschwächen. Im Kfz-Bereich bieten sich Gemeinschafts-Fuhrparks an.

HAMBURG. Das Auto ist das mit Abstand beliebteste Verkehrsmittel der Deutschen. Und daran wird sich so schnell nichts ändern. Im Gegenteil: Die ständige Ausweitung des Angebots der Automobilindustrie mit immer mehr und individuelleren Modellen fördert den Trend zu Zweit- und Drittfahrzeugen und steigert die Fahrtenhäufigkeit - eine Entwicklung mit verhängnisvollen Folgen wie Verkehrskollaps und hoher Umweltbelastung, wenn nicht gegengesteuert wird. Zeitgemäße Leasing-Modelle können dabei helfen.

So positiv sich das Wachstum des Individualverkehrs auf Konjunktur und Wirtschaftsentwicklung auswirkt, so negativ präsentiert sich die Kehrseite dieser Medaille, etwa in den Städten: steigende Verkehrsdichte, chronische Staus, Parkplatznot und nicht zuletzt die zunehmende Umweltverschmutzung. Zeitgemäße Stadtentwicklung muss diesem Trend entgegenwirken.

Jedes Verkehrsmittel hat spezifische ökonomische, ökologische und verkehrspolitische Nachteile, die sich für den einzelnen Verbraucher in Abhängigkeit seiner Mobilitätsansprüche ganz individuell auswirken. Individualisierung und permanenter Wandel von Wünschen und Bedarf haben dazu geführt, dass es das generell geeignetste Verkehrsmittel heute nicht mehr gibt. Hier müssen Stadtentwickler und Mobilitätsanbieter ansetzen. Durch kombinierte, aufeinander abgestimmte Angebote der Verkehrsmittel, brauchen sich öffentlicher und individueller Verkehr nicht mehr gegenseitig zu behindern, sondern können einander ergänzen.

Das Kfz-Leasing kann dazu einen Beitrag leisten, indem es Modelle anbietet, die steigenden Mobilitätsansprüchen der Kunden gerecht werden, ohne das Verkehrsaufkommen in gleichem Maße zunehmen zu lassen. Neben positiven Auswirkungen auf Emissionen und Verkehrsfluss, müssen neue "umweltfördernde" Leasingvarianten für den Verbraucher eindeutige wirtschaftliche Vorteile bringen, einfach und bequem zu nutzen sein. Im Kfz-Leasing gehört heute in der Regel zu einem Fahrzeug ein Leasingnehmer bzw. Fahrer. Zukunftsgerichtete Leasingformen müssen diese starre Zuordnung aufbrechen

.

Eine Leasinggesellschaft kann beispielsweise mit einem Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zusammenarbeiten, indem sie für die ÖPNV-Kunden Car-Pools zur Verfügung stellt, die das wechselweise Nutzen von Auto und öffentlichem Verkehrsmittel ermöglichen. Solche Pools könnten in unmittelbarer Nähe von Bahnhöfen installiert oder an Verbraucherzentren angedockt werden, wo Kunden für den Heimtransport ihrer Einkäufe das passende Auto vorfinden.

Diese Pools können, dem Bedarf angepasst, unterschiedlichste Fahrzeuge zu Mietpreisen bieten, die weit unter denen herkömmlicher Autovermieter liegen. Ausgabe und Rücknahme der Fahrzeugschlüssel erfolgt per computergesteuertem Tresor. Ohne langes Warten und ohne lästige Formulare holt man sich ein Fahrzeug und bringt es nach Gebrauch wieder zu einem Stellplatz zurück.

Der Erfolg für Anbieter und Stadtentwicklung hängt davon ab, wie gut aufeinander abgestimmt solch kombinierte Mobilität angeboten und verkauft wird.

Dafür sind u.a. ein gemeinsamer Marktauftritt, Abgabe der Mietberechtigungen in den Verkaufsstellen der Verkehrsbetriebe und eine Berechtigungskarte, mit der sich gleichermaßen das öffentliche Verkehrsmittel nutzen und das Auto anmieten lässt, erforderlich. Eine attraktive Preisgestaltung schafft weitere Anreize für die Nutzer. Die Integration in öffentliche Verkehrsinformations- und-leitsysteme führt zu weiterer Effizienzsteigerung. Art und Umfang der Angebote leisten positive Beiträge für die Stadtentwicklung und bringen höhere Auslastung für Bus und Bahn.

Von einer Leasinggesellschaft angebotene Car-Pools lassen sich zudem von Gemeinschaften gewerblicher Unternehmen sinnvoll und profitabel nutzen, wenn beispielsweise zwei oder mehrere Firmen sich Dienst- und Spezialfahrzeuge teilen. Übernimmt der Leasinggeber zusätzliche Serviceleistungen in der Logistik, kann der wirtschaftliche Vorteil für die Teilnehmer-Betriebe noch höher ausfallen.

Zwar würde der öffentliche Nahverkehr von gewerblichen Gemeinschafts-Fuhrparks kaum profitieren, aber auch schon die geringere Anzahl zu beschaffender und zu betreibender Fahrzeuge sowie die erforderliche Gemeinschaftsplanung der Fahrten tragen zur Verkehrsberuhigung bei. Stadtverwaltungen könnten selbst bei ihren Behörden und Betrieben mit gutem Beispiel vorangehen und so der Privatwirtschaft das Umdenken vorleben.

Schon wenn nur ein bestimmter Anteil von Fahrzeugen der Einzelbetriebe - z.B. für die Einsatzbereitschaft in Spitzenzeiten oder Sonderfahrzeuge - in einen gemeinsamen Pool eingebracht würde, wäre dies bereits ein Schritt nach vorn und ein kleiner Beitrag für die Umwelt. Kommunen könnten mit Car- Pools die Attraktivität neuer Gewerbegebiete erhöhen und damit auch Stellplatzverordnungen lockern. Leistungsfähige Leasinggesellschaften sind mit ihrem Know-how jederzeit in der Lage, als Serviceprovider für solche Pools aufzutreten.

Eine weitere Variante ist der gemeinsame Fuhrpark unter Privatleuten, etwa in einem dicht besiedelten Stadtteil oder in einer großen Wohnanlage. Je nach Größe des Nutzerkreises und der Bedarfsstruktur können dabei auch spezielle Fahrzeuge, wie (Motor-) Caravans, Transporter oder Kleinbusse angeschafft werden und so dem Trend, ein entsprechendes Zweit- oder Drittfahrzeug zu erwerben, entgegengewirkt werden.

In vielen Fällen wäre "situatives" Anmieten für den Nutzer wirtschaftlicher als ein Zweitwagen, denn die Fahrzeug-Fixkosten wie Abschreibungen, Zinsen, Versicherungen etc. wären nur anteilig zu entrichten. In dicht besiedelten Stadtteilen könnten die Pools auch die Zahl von Anliegerparkplätzen verringern und damit wieder mehr Parkmöglichkeiten für Liefer- und Besucherverkehr schaffen.

Schließlich sei noch ein Timesharing-Modell unter Privatpersonen in einem nicht geschlossenen Nutzerkreis erwähnt. So ist denkbar, nicht mehr ein ganzes Auto, sondern nur die Nutzungsberechtigung für ein Fahrzeug zu leasen. Wenn ein Autobesitzers weniger als 10 000 Kilometer pro Jahr fährt, sind die Gesamtkosten für jeden gefahrenen Kilometer höher als bei anderen Mobilitätsformen. Es gibt viele Bevölkerungsschichten, z.B. ältere Menschen, mit geringer jährlicher Auto-Fahrleistung, die oft nur zu fest bestimmten Zeiten anfällt. Warum sollen diese Menschen ein ganzes Auto, und nicht etwa 6 000 Kilometer innerhalb eines festgelegten Zeitraums leasen? Dabei hätten sie aber keinen Anspruch auf ein bestimmtes Modell, sondern nur auf eine gewählte Fahrzeugkategorie.

Die aufgezeigten neuen Wege im Kfz-Leasing enthalten Komponenten, die es auch beim Car-Sharing gibt. Allerdings ist das Car-Sharing auf Grund systemimmanenter Schwierigkeiten, die das Kfz-Leasing so nicht hat, trotz gewisser Wachstumsraten weit hinter den Erwartungen geblieben. Für Car-Sharing haben sich von den prognostizierten rund sieben Millionen Nutzern bisher nur etwa 50 000 entschieden.

Zu den Schwierigkeiten auf der Anbieterseite gehören z.B. begrenzte Leistungsfähigkeit der Unternehmen, Aufnahmegebühren, monatliche Mitgliedsbeiträge unabhängig von der tatsächlichen Fahrzeugnutzung, komplizierte Abwicklung, Mängel bei Sauberkeit und Funktionstüchtigkeit der Fahrzeuge und - nicht zuletzt - der Preis. Doch bei allen Mängeln hat Car Sharing eines gezeigt: Es kann durch Änderungen im Mobilitätsverhalten der Teilnehmer positive Beiträge zur Stadtentwicklung leisten.

Auf Umwelt- und Verkehrsprobleme zielgerichtetes Kfz-Leasing über Car-Pools wird dank besserer Kundenorientierung, höherer Leistungsfähigkeit sowie wesentlich größerer Marktanteile noch effizienter sein.

_______________

Wilfried Multusch ist Geschäftsführer der ALD Auto Leasing D GmbH, Hamburg

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%