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Umweltminister Trittin wirbt für eine engere bilaterale Zusammenarbeit mit China

Auf der heute eröffneten Umweltkonferenz nennt er China einen "wichtigen Zukunftspartner" für den globalen Umweltschutz.

ap PEKING. Bundesumweltminister Jürgen Trittin sieht in China einen "wichtigen Zukunftspartner" für den globalen Umweltschutz. Der Grünen-Politiker erklärte auf der deutsch-chinesischen Umweltkonferenz, die der stellvertretende Ministerpräsident Wen Jiabao am Dienstag in Peking eröffnete, ohne China sei die weltweite Umstellung auf eine Strategie der Nachhaltigkeit nicht zu bewältigen. Trittins chinesischer Kollege Xie Zhenhua betonte, sein Land wolle langfristige Umweltschäden für eine kurzfristige Entwicklung vermeiden. Schadstoffe sind in der Volksrepublik ein großes Problem.

Bundesaußenminister Joschka Fischer traf wegen der Verlängerung des EU-Gipfels nicht rechtzeitig in Peking ein und konnte deshalb nicht, wie geplant, die Konferenz mit eröffnen. An dem zweitägigen Treffen, zu dem rund 1 000 Teilnehmer aus beiden Ländern erwartet wurden, nimmt auch Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul teil. Parallel zu dem Expertentreffen findet eine Exportförderveranstaltung des Wirtschaftsministeriums mit einer Unternehmenskontaktbörse statt.

Trittin warb in Peking dafür, dass Umweltschutz "kein Luxus, sondern ein wichtiger Modernisierungsfaktor" ist. "Die Nachfrage nach umweltschonenden Gütern wird in Zukunft steigen." Erfreulicherweise sei China die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Anstieg des Energieverbrauchs bereits gelungen.

Der Umweltminister warb für eine engere bilaterale Zusammenarbeit beider Staaten, auch auf der Ebene der so genannten Nichtregierungsorganisationen. Deutschland unterstütze die Eingliederung Chinas in die Welthandelsorganisation (WTO). Ausdrücklich warb der Grünen-Politiker für den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien wie Wind und Sonnenkraft, die gerade in Entwicklungsländern einen konkreten Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten könnten.



Beitrag zum Weltfrieden

Vizepremier Wen erklärte: "China ist das größte Entwicklungsland der Welt." Die Kooperation mit Deutschland, einer der größten Wirtschaftsnationen, trage auch zum Weltfrieden bei. Auf der Grundlage von Gleichberechtigung, Fairness und Vernunft sei China bereit, seinen Beitrag zum globalen Umweltschutz zu leisten.

Inzwischen sei die Zunahme der Umweltverschmutzung eingedämmt, sagte Wen, und sprach von einer "Wende zum Besseren". Neben der Beschleunigung des Wirtschaftswachstums räume die Regierung dem Umweltschutz einen hohen Stellenwert ein. Ziel sei es, dass "die Gewässer noch klarer, der Himmel noch blauer und die Landschaft noch schöner" werde.



Umweltschutz sei Herzenssache der Chinesen

Der chinesische Minister Xie nannte den Umweltschutz eine "Herzenssache" der Chinesen. Er räumte aber auch ein, dass die Verschmutzung von Boden, Wasser und Luft ein Riesenproblem in manchen Gebieten Chinas sei. Es gelte die schwierige Aufgabe zu bewältigen, ein "schnelles, gesundes Wirtschaftswachstum" mit der Ökologie zu vereinigen.

Die deutsch-chinesische Umweltkonferenz geht auf eine gemeinsame Initiative von Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji zurück. Das Treffen soll die Zusammenarbeit im Umweltschutz stärken und Strategien für eine nachhaltige Entwicklung aufzeigen. Die Konferenz soll am (morgigen) Mittwochnachmittag nach der Präsentation einer Abschlusserklärung zu Ende gehen.



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