Umweltstiftung WWF fürchtet Schäden im Wattenmeer
Umstrittene Airbus-Werkserweiterung

afp BREMEN. Die Erweiterung des Airbus-Werksgeländes in Hamburg-Finkenwerder richtet nach Ansicht der Umweltstiftung WWF auch Schäden im Wattenmeer an. Wie der WWF am Freitag in Bremen mitteilte, sollen im Wattenmeerbereich sehr große Sandmengen abgebaggert werden, um damit Teile der Elbbucht Mühlenberger Loch zuzuschütten. Betroffen seien Sandbänke im Nahbereich der Wattenmeer-Nationalparke.

So sollten allein im Elbe-Weser-Dreieck, westlich der Vogelinseln Nigehörn und Scharhörn, auf niedersächsischem Gebiet rund acht Millionen Kubikmeter Sand entnommen werden, erklärte WWF-Sprecher Holger Wesemüller. Der WWF sehe darin einen Verstoß gegen das EU-Recht, da solche Arbeiten ein erheblicher Eingriff in das durch staatenübergreifende Abkommen geschützte Wattenmeer seien. Sie würden auch die nahen europäischen Schutzgebiete im Nationalpark Wattenmeer beeinträchtigen. Jetzt sei eine gründliche Prüfung der Umweltverträglichkeit geboten.

Es müsse geklärt werden, welche Pflanzen und Tiere gefährdet sind

Dabei müsse geklärt werden, welche Pflanzen, Tiere und Lebensräume geschädigt werden, betonte Wesemüller. Das für die Sandentnahme vorgesehene Gebiet gelte als Rastgebiet für viele Seevögel und sei Nahrungsquelle für bedrohte Seeschwalben. Schon durch die Wassertrübung, die durch Baggerarbeiten entstehe, könnten die Seeschwalben der Vogelinseln nicht mehr nach Fischen tauchen. "Es ist schlimm genug, ein einmaliges Süßwasserwatt dem Profitdenken zu opfern", erklärte WWF-Wattenmeerexperte Hans-Ulrich Rösner. Wenn für die Zerstörung des Mühlenberger Lochs aber auch noch solche Massen Sand aus einem anderen empfindlichen Gebiet verwendet würden, habe sich der "Umweltfrevel verdoppelt".

Das Hamburger Oberverwaltungsgericht hatte am Dienstag grünes Licht für die Erweiterung des Airbus-Geländes Finkenwerder und damit für den Bau des Großraumflugzeuges A380 gegeben. Am Donnerstag war daraufhin mit den ersten Arbeiten zur teilweisen Aufschüttung des Naturschutzgebiets Mühlenberger Loch begonnen worden.

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