UN-Afghanistan-Beauftragter: "Taliban an Gespräch beteiligen"
Afghanische Opposition trifft Ex-König

Eine Delegation des US-Kongresses und Vertreter der afghanischen Opposition sind am Sonntag mit dem früheren afghanischen König Mohammed Sahir Schah an dessen Wohnsitz in Rom zusammengetroffen.

afp ROM/ISLAMABAD. Bei den Gesprächen sollte es um die politische Zukunft des Landes nach einem möglichen Sturz der Taliban gehen. Der afghanischen Delegation gehörten Mitglieder der bewaffneten Nordallianz sowie Vertreter der Opposition in anderen Landesteilen an.

Im Anschluss an das Treffen wollten die Führer der Oppositionsgruppen in ihrem Hotel in Rom gesondert beraten, wie der im französischen Exil lebende Repräsentant der östlichen Region Namgarhar, Mohammed Saman, mitteilte. Vertreter der Opposition hatten sich nach Angaben eines Sprechers des Ex-Königs am Freitag auf die Bildung eines Obersten Rates und eines Militärrates unter Sahir Schah geeinigt.

Der UN-Beauftragte für Afghanistan, Francesc Vendrell, sprach sich für eine Beteiligung der international geächteten Taliban an den Gesprächen über die politische Zukunft des Landes aus. Die Gespräche müssten auf einer möglichst breiten Grundlage geführt werden, sagte Vendrell in Islamabad. Es gebe Mitglieder der Taliban-Regierung, die zu Beratungen über die politische Zukunft Afghanistans bereit seien. Solange es die Situation erlaube, müsse «für jeden» ein Platz am Verhandlungstisch frei sein.

Charasi traf Mussa

Auch der im Jahr 1973 gestürzte Ex-König sprach sich in einem Interview mit dem US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" für die Bildung einer Regierung "mit allen organisierten Parteien" aus. Die bewaffnete Opposition, die derzeit rund zehn Prozent der Landesfläche Afghanistans kontrolliert, könne die Taliban nicht allein stürzen, sagte er dem am Montag erscheinden Magazin. Eine führende Rolle in einer künftigen afghanischen Regierung schloss Sahir Schah erneut aus. Er wolle jedoch nach Afghanistan zurückkehren. Afghanistan gilt als mögliches Ziel einer US-Militäroperation wegen der Terroranschläge in den USA am 11. September.

Der iranische Außenminister Kamal Charasi traf in Kairo mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, zusammen, um über die Haltung der arabischen Staaten nach den Terroranschlägen in New York, Washington und Pennsylvania zu beraten. Charasi sollte auch mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak und seinem ägyptischen Kollegen Achmed Maher zusammenkommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%