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UN bereitet sich auf bis zu 200 000 Flüchtlinge aus Afghanistan vor

Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat Vorsorge für die Aufnahme von 100 000 bis 200 000 Flüchtlingen aus Afghanistan im Nachbarland Pakistan getroffen. Das berichtete UNHCR-Hochkommissar Ruud Lubbers am Freitagabend in New York.

dpa NEW YORK/GENF. Bisher sind laut UNHCR-Sprecher Ron Redmond mehr als 60 000 Afghanen sind auf der Suche nach Schutz und Nahrung nach Pakistan geflüchtet. Sie hätten panikartig ihre Städte und Dörfer verlassen und seien an der Grenze ohne Lebensmittel und persönliche Gegenstände angekommen, sagte Redmond in Genf. Viele Familien seien auf der Flucht getrennt worden. Flüchtlinge bezahlten Schmuggler, um in einem 15 Stunden dauernden Fußmarsch durch das Gebirge über die Grenze nach Pakistan zu gelangen.

Für Tausende von Flüchtlingen haben die Vereinten Nationen laut Lubbers Vorkehrungen getroffen. Gleichzeitig bedrängen sie die Regierung in Islamabad, "flexibler an den Grenzübergängen zu sein", sagte Lubbers. Er versuche, Pakistan klar zu machen, dass die Flüchtlinge nur vorübergehend in ihrem Land Schutz suchten. Die gleichen Menschen hätten sich schon einmal vor den russischen Truppen in das westliche Nachbarland geflüchtet, seien dann nach Afghanistan zurückgekehrt und jetzt wiedergekommen.

Vertreter von UN-Hilfsorganisationen äußerten wachsende Sorge vor der Besetzung von Lagerhäusern in Afghanistan durch die radikal- islamischen Taliban-Milizen oder vor Plünderungen. Sie wiesen außerdem darauf hin, dass die internationalen Geberländer bislang ihr Versprechen einer großzügigen finanziellen Hilfe nicht erfüllt haben.

Nach Angaben des UN-Koordinationsbüros für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) fehlen allein in diesem Monat 93 Mill. $ (201 Mill. DM/103 Mill. ?). 77 % der notwendigen Hilfsgelder in Höhe von 654 Mill. $ (1,4 Mrd. DM/724 Mill. ?) stünden noch aus. Mit der Soforthilfe soll in den kommenden sechs Monaten rund 7,5 Mill. Afghanen das Überleben gesichert werden.

Das Welternährungsprogramm (WFP) forderte die Taliban-Milizen auf, seinen Mitarbeitern wieder den Zugang zu einem Lagerhaus mit 1600 Tonnen Lebensmitteln in Kandahar zu gewähren. In Kunduz wurde ein Lagerhaus der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mit dringend benötigten Decken sowie Winterkleidung versiegelt. Die Taliban-Milizen gingen gegen Mitarbeiter vor und verboten die Verteilung von Hilfsgütern. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden ein Büro geplündert und Ausrüstungsgegenstände gestohlen.

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