UN-Generalsekretär Annan ruft Bagdad zu Zusammenarbeit auf
Arabische Liga uneins über Irak-Embargo

Die Sanktionen gegen Irak stehen im Mittelpunkt des Gipfeltreffens der Arabischen Liga in Jordanien. König Abdullah II. von Jordanien forderte die Aufhebung der Sanktionen. Dem stehen vor allem Kuwait und Saudi-Arabien kritisch gegenüber.

ap/afp AMMAN. Mit einem Aufruf zur Eintracht hat der ägyptische Präsident Husni Mubarak am Dienstag das Gipfeltreffen der Arabischen Liga eröffnet. Die Staats- und Regierungschefs der 22 Mitgliedsstaaten wollen sich in der jordanischen Hauptstadt Amman um gemeinsame Positionen gegenüber der internationalen Isolierung Iraks und gegenüber dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern bemühen.

"Wir müssen unsere Reihen schließen und das Klima unter unseren brüderlich verbundenen Völkern und Staaten reinigen", sagte Mubarak in seiner Eröffnungsrede. Nur mit vertiefter Zusammenarbeit und Solidarität seien die Herausforderungen für die arabische Welt zu bewältigen.

Jordaniens König Abdullah II. forderte in seiner Rede das Ende der UN-Sanktionen gegen Irak. Die Leiden des irakischen Volkes hätten bereits zu lange angedauert, sagte Gastgeber Abdullah. Es sei an der Zeit, das Embargo gegen das "Brudervolk" zu beenden. Zugleich rief der König die arabischen Länder zu einem Neuanfang mit "wahrer Solidarität" auf.

Annan appelliert an den Irak

UN-Generalsekretär Kofi Annan, der als Gastredner bei der zweitägigen Konferenz auftrat, rief Bagdad zur Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft auf. Die irakische Regierung werde mehr erreichen, wenn sie sich gemäß den UN-Resolutionen verhalte. Annan bedauerte ausdrücklich das Leiden der Bevölkerung. Er hoffe, das die Sanktionen so bald wie möglich aufgehoben werden könnten.

Vor allem in der Irak-Politik zeichneten sich noch erhebliche Differenzen ab. In Marathon-Verhandlungen bemühten sich die Außenminister bereits drei Tage lang, eine gemeinsame Position zu finden. Es gebe nur noch wenige Meinungsverschiedenheiten, sagte am Montagabend der syrische Außenminister Faruk el Scharaa. Dem Vernehmen nach wird es für die Gipfelteilnehmer aber noch viel Arbeit geben, die unterschiedlichen Auffassungen in der Irak-Politik auf einen einheitlichen Nenner zu bringen. So stehen vor allem Kuwait und Saudi-Arabien einem Ende des Embargos, das vor fast elf Jahren verhängt wurde, kritisch gegenüber.
Weiteres Thema ist die Unterstützung für den Palästinenseraufstand gegen Israel.

Mit der Konferenz in Amman sollen die Gipfeltreffen der Liga wieder im jährlichen Rhythmus stattfinden. Nach dem Riss, den der irakische Einmarsch in Kuwait 1990 in der Organisation herbeigeführt hat, gab es in zehn Jahren nur vier Gipfeltreffen.

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