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UN-Handelskonferenz soll WTO-Prozess neu beleben

GENF/SAO PAULO (dpa-AFX) - Eine bessere Abstimmung der nationalenEntwicklungsstrategien mit den globalen Wirtschaftsprozessen erhoffen sich dieEntwicklungsländer von der 11. UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD)in Brasilien. Das Ministertreffen vom 13. bis 18. Juni in Sao Paulo findet rundneun Monate nach der gescheiterten Konferenz der Welthandelsorganisation WTO immexikanischen Cancún statt. Die UNCTAD, die ihr 40. Gründungsjahr begeht, sollnicht nur neue Impulse für die WTO liefern, sondern auch Analysen zur Auswirkungdes derzeitigen Handelssystems auf weniger entwickelte Länder erarbeiten.

GENF/SAO PAULO (dpa-AFX) - Eine bessere Abstimmung der nationalenEntwicklungsstrategien mit den globalen Wirtschaftsprozessen erhoffen sich dieEntwicklungsländer von der 11. UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD)in Brasilien. Das Ministertreffen vom 13. bis 18. Juni in Sao Paulo findet rundneun Monate nach der gescheiterten Konferenz der Welthandelsorganisation WTO immexikanischen Cancún statt. Die UNCTAD, die ihr 40. Gründungsjahr begeht, sollnicht nur neue Impulse für die WTO liefern, sondern auch Analysen zur Auswirkungdes derzeitigen Handelssystems auf weniger entwickelte Länder erarbeiten.

Die UNCTAD müsse aktiv werden, um die Doha-Entwicklungsrunde der WTO wiederzu beleben, erwarten Nicht-Regierungsorganisationen (NGO). DieUNCTAD-Ministerkonferenz findet alle vier Jahre statt und legt dieArbeitsprioritäten der Organisation fest. Zuletzt trafen sich die Minister imJahr 2000 in Bangkok.

UNCTAD-Generalsekretär Rubens Ricupero hat vor der Konferenz wiederholtdarauf verwiesen, dass besonders auf dem Agrarsektor die Subventionspolitik desNordens gegen die Armen des Südens gerichtet sei. In Sao Paulo habe man dieChance zu überlegen, wie die Entwicklungsländer auch von der Integration in dieWeltwirtschaft profitieren könnten, sagte Ricupero. Bisher zeige die Erfahrungjedenfalls, dass klassische Marktkonzepte in vielen Entwicklungsländern keinenErfolg gehabt hätten. Zwar gebe es in Lateinamerika beachtlicheHandelsentwicklungen, aber auch 20 Millionen Arme mehr als noch 1997.

Die 50 ärmsten Länder der Welt hätten zwar eine Zunahme derEntwicklungshilfe und der Auslandsinvestitionen verzeichnet. Nötig seien vorallem produktive Investitionen, hieß es in dem Jahresbericht für dieUNCTAD-Konferenz in Sao Paolo.

Die Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke kritisierte, dass dieIndustrieländer in Sao Paolo die UNCTAD zu einer "Unterorganisation der WTOmachen und dem wirtschaftstheoretischen Kanon von Weltbank und Währungsfondsunterstellen" wollten. Eine unabhängige UNO-Organisation sei aber notwendig, diedem "uniformen wirtschaftspolitischen Diktat" von IWF und Weltbank einekritische Stimme entgegenstelle.

Die UNCTAD setzt sich für Handelserleichterungen zwischen Industrie- undEntwicklungsländern ein. Mit Gründung des allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens(GATT) sowie der Nachfolgeorganisation WTO 1995 hat die Bedeutung der UNO-Konferenz abgenommen.

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