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UN: Hunger bringt Dritter Welt Einbußen von 500 Milliarden Dollar

Hunger und Unterernährung in der Dritten Welt ziehen nach Ansicht der Vereinten Nationen Folgekosten in Milliardenhöhe nach sich.

dpa-afx ROM. Hunger und Unterernährung in der Dritten Welt ziehen nach Ansicht der Vereinten Nationen Folgekosten in Milliardenhöhe nach sich. Allein durch Krankheit und frühen Tod der heute unterernährten Kleinkinder müssten die Entwicklungsländer nach Angaben der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FA0) in den nächsten Jahrzehnten Produktionsausfälle "zwischen 500 Mrd. und eine Billion Dollar" hinnehmen.

"Das entspricht zwischen fünf und zehn Prozent des Bruttosozialprodukts der Entwicklungsländer", teilte die FAO am Mittwoch in Rom mit. Hinzu kämen jährlich 30 Mrd. Dollar für die medizinische Behandlung unterernährter und geschwächter Mütter und Kinder. "Die gezielte Hungerbekämpfung könnte das Leben von Millionen Menschen retten und einen entscheidenden Beitrag zum höheren Wachstum in den armen Ländern leisten", so FAO-Experte Hartwig de Haen.

Zugleich zog die FAO eine düstere Bilanz: Nach wie vor gebe es weltweit 852 Mill. Hungernde und Unterernährte. Jährlich sterben mehr als fünf Millionen Kinder an direkten oder indirekten Folgen von mangender Ernährung. In Schwarzafrika, der Region Nordafrika- Nahost sowie in Südasien sei die Zahl der Hungernden in den vergangenen Jahren sogar gestiegen. An die internationale Gemeinschaft richtete die FAO scharfe Vorwürfe. Sie "toleriere" den Hunger und bekämpfe ihn nicht entschieden genug.

Zu den wirtschaftlichen Kosten des Hungers sagte der FAO-Experte: "Investitionen in die Hungerbekämpfung sind das beste Rezept zur Förderung des Wirtschaftswachstums in den Entwicklungsländern." Jeder Euro, der zur Reduzierung von Unterernährung investierte werde, "bringt einen 5- bis 20fach höheren Betrag". Der Kampf gegen den Hunger sei daher "nicht nur moralisch geboten, sondern auch ökonomisch sinnvoll".

Im Vergleich zu den Produktionsausfällen durch kranke und unterernährte Menschen "kosten die Programme zur Hungerbekämpfung relativ wenig", meinte de Haen. Zum Teufelskreis von Hunger und Produktionsausfällen erklärte er: Hungernde und chronisch Unterernährte seien ihr Leben lang derart geschwächt, dass sie nur eingeschränkt arbeiten können. Zudem verringere sich ihre Lebensarbeitszeit erheblich, weil sie früher als Gesunde sterben.

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