UN-Millenniumsgipfel
Putin: Deutschlands Wunsch nach Sitz im UNO-Sicherheitsrat ist legitim

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen positiv zum deutschen Wunsch nach einem ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat geäußert.

Reuters NEW YORK. Putin sagte den Angaben zufolge in einem Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder am Mittwoch am Rande des UN-Millenniumsgipfels in New York, das deutsche Interesse an einem ständigen Sitz sei legitim. Putin habe zugleich aber deutlich gemacht, dass er dieses deutsche Anliegen nicht zu einer primären Angelegenheit der russische Außenpolitik machen wolle. Zuvor hatte Schröder in einer Rede vor den Gipfelteilnehmern erneut das deutsche Interesse an einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat deutlich gemacht.

Den Angaben zufolge zeigten sich Putin und Schröder in ihrem Gespräch besorgt über die Lage auf dem Balkan. Die Sorge habe sich vor allem auf das Verhalten des jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic gegenüber der Teilrepublik Montenegro und ihrem auf Abgrenzung bedachten Präsidenten Milo Djukanovic bezogen. Putin habe deutlich gemacht, dass die Einflussmöglichkeiten Russlands in dieser Frage begrenzt seien. Es wird befürchtet, dass Milosevic nach der jugoslawischen Präsidentschaftswahl am 24. September verstärkt gegen Oppositionelle vorgehen könnte. Im Gespräch mit Putin sei es um die Frage gegangen, wie die Regierung Djukanovic politisch und wirtschaftlich gestärkt werden könne.

Die Lage auf dem Balkan war den Angaben zufolge auch Thema von Gesprächen Schröders mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan und dem slowenischen Ministerpräsidenten Milan Kucan. Schröder traf sich zudem mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak zu einem Gespräch über den Nahost-Friedensprozess. Dabei habe Schröder sich erneut gegen die von Palästinenserpräsident Jassir Arafat angekündigte einseitige Ausrufung eines Palästinenserstaates ausgesprochen. Den Angaben zufolge streben Schröder und Arafat für Donnerstag ein Gespräch an, dessen Zustandekommen jedoch noch offen sei.

Am Donnerstag will Schröder außerdem an einem Runden Tisch verschiedener Regierungschefs teilnehmen sowie Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Ahmet Sezer und Vertretern des American Jewish Committee führen. Am Abend will ihm eine Stiftung unter Schirmherrschaft von US-Präsident Bill Clinton den Preis als "Weltstaatsmann" verleihen. Die Laudatio soll der frühere US-Außenminister Henry Kissinger halten.

Schröder unterzeichnete am Mittwoch zudem zwei Zusatzprotokolle zur internationalen Kinderrechtskonvention. Diese sehen die Eindämmung des Einsatzes von Kindersoldaten und von Kinderpornografie vor.

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