UN-Organisationen brauchen Spenden
Hunger nimmt in Afghanistan zu

Die UN-Hilfsorganisationen haben zur Bewältigung der humanitären Krise in Afghanistan erst knapp die Hälfte der von ihnen benötigten Spendengelder erhalten.

dpa GENF. Es fehlten noch 300 Mill. $ (660 Mill. DM/338 Mill. ?), sagte die Sprecherin der UN-Behörde zur Koordination humanitärer Hilfe, Elisabeth Byrs, am Dienstag in Genf. Dies seien knapp 46 %. Zugleich dankten Sprecher aller UN-Hilfsorganisationen der usbekischen Führung für die Wiedereröffnung der Freundschaftsbrücke nach Afghanistan. Dies vereinfache immens den Transport von Lebensmitteln nach Nordafghanistan, sagte die Sprecherin des Welternährungsprogrammes (WFP), Christiane Berthiaume. Allein im Norden des Landes seien drei Millionen Afghanen dringend auf Hilfe angewiesen. "Die Lage ist sehr ernst und sehr schlecht. Viele Menschen hungern", sagte Berthiaume.

Nach der Befreiung von Kundus von der Taliban-Herrschaft machen sich die Hilfsorganisationen Sorgen um das Schicksal von 30 000 Einwohnern, die seit September nicht für Lebensmitteltransporte erreichbar gewesen sind. Die ersten Transporte sollen jetzt so schnell wie möglich die Stadt erreichen.

Auch die WFP-Transporte für Kandahar stehen bereit und sollen sich nach den Worten von Berthiaume auf den Weg machen, sobald dies die Sicherheitslage gestattet. Im Umkreis der früheren Taliban-Hochburg Kandahar warten seit Ende September mehr als 235 000 Menschen auf Hilfe.

Das Welternährungsprogramm hat sei Monatsbeginn allein 30 000 Tonnen Lebensmittel nach Afghanistan geschickt. Andere Hilfsorganisationen beteiligten sich mit weiteren 25 000 Tonnen.

Die Arbeit der Hilfsorganisationen wird immer wieder durch gewalttätige Zwischenfälle unterbrochen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ist die Sicherheitslage vor allem im Westen Afghanistans bedenklich. Mitarbeiter seien im Maslach-Camp von einem bewaffneten Mann bedroht worden. "Es braucht nur ein Mann, mit dem Gewehr in die Luft zu schießen, und die Arbeit stoppt für einige Stunden", sagte IOM-Sprecher Jean Philippe Chauzy.

Das UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) berichtete, dass die Afghanen eine rasche Wiederaufnahme des Schulbetriebes forderten. Wegen des einbrechenden Winters sei jetzt Eile geboten, weil sonst nur noch die Hauptstadt Kabul erreichbar sei. Lynn Geldof berichtete, dass Kinderkleidung vor der Verteilung auf religiöse Vereinbarkeit untersucht worden sei. Verboten sind in dem islamischen Land beispielsweise Kreuze oder religiöse Sprüche auf T-Shirts.

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