UN-Tribunal fordert Auslieferung
Untersuchungshaft für Milosevic verlängert

Wegen Fluchtgefahr bleibt der ehemalehemalige jugoslawische Staatschef Slobodan Milosevic für weitere zwei Monate hinter Gittern.

ap BELGRAD. Das Belgrader Bezirksgericht verlängerte am Montag die Untersuchungshaft. Als Grund wurde Fluchtgefahr angegeben, wie Milosevics Anwalt Tom Fila mitteilte. Milosevic war am 1. April unter dem Vorwurf der Korruption und des Machtmissbrauchs in seiner Belgrader Villa verhaftet worden. Zunächst war ein Monat Untersuchungshaft angeordnet worden.

Fila zitierte aus der Gerichtsentscheidung, es gebe Befürchtungen, dass Milosevic von Anhängern entführt werden und so vor juristischer Verfolgung bewahrt werden könnte. Der frühere Machthaber erfuhr in seiner Zelle von der Verlängerung der Untersuchungshaft. Nach Filas Angaben leidet der 59-Jährige noch immer unter hohem Blutdruck und Schmerzen im Brustbereich. Mitte April war Milosevic wegen Herzbeschwerden im Militärkrankenhaus untersucht worden. Die Mediziner stellten damals aber lediglich erhöhten Blutdruck fest und erklärten ihn für haftfähig. Besuch erhielt der gestürzte Belgrader Machthaber am Montag auch von seiner Ehefrau Mirjana Markovic und seiner Tochter Marija.

Das UN-Tribunal in Den Haag fordert Milosevics Auslieferung wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die neue Belgrader Führung will ihm jedoch im eigenen Land den Prozess machen und erst dann über eine Auslieferung entscheiden.

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