UN-Truppen in Afghanistan
Deutschland und Niederlande bieten Truppenführung an

Deutschland und die Niederlande haben am Dienstag in Warschau im Kreise der NATO-Partner angeboten, vom Beginn des nächsten Jahres an gemeinsam die Führung der internationalen Schutztruppe (ISAF) in Afghanistan zu übernehmen. An der Truppe sind bereits 1200 deutsche Soldaten beteiligt.

dpa WARSCHAU. "Wir übernehmen damit eine zusätzliche Verantwortung, von der ich glaube, dass die amerikanische Regierung sie honorieren wird", sagte Bundesverteidigungsminister Peter Struck mit Blick auf die Misstöne im deutsch-amerikanischen Verhältnis in den vergangenen Tagen. Für die Führung sei das Deutsch-Niederländische Korps vorgesehen, das in Münster stationiert ist. Struck ging davon aus, dass sich das deutsch-amerikanische Verhältnis bald wieder normalisieren wird.

Ein NATO-Sprecher sagte, im ersten Teil des Treffens hätten sich die Minister über die Verbesserung der NATO-Kapazitäten gesprochen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe seine Ideen für eine schnelle Eingreiftruppe der NATO vorgestellt, die von seinen Ministerkollegen mit Interesse aufgenommen worden sei. Rumsfeld habe betont, dass sein Vorschlag "absolut keinen" Bezug zur Haltung der USA gegen den Irak habe.

"Es ist eine Ergänzung dessen, was wir bereits tun", hieß es angesichts der NATO-Pläne, die Fähigkeiten des Bündnisses zu verbessern. Rumsfelds Vorschläge beziehen sich demnach auf die bereits bestehenden Ressourcen der NATO-Staaten, sagte der Sprecher: "Wir haben, was wir brauchen, um sie (die Eingreiftruppe) funktionieren zu lassen."

Nun komme es darauf an, diese Kapazitäten zu vernetzen, um eine Truppe von 20 000 bis etwa 24 000 Soldaten aufzustellen, die innerhalb von fünf bis 30 Tagen bis zu einem Monat in feindlichem Gebiet eingesetzt werden könnten. Vor dem NATO-Gipfel im November in Prag sollen die Militärplaner der NATO-Staaten Stellung zu Rumsfelds Vorschlag nehmen.

Struck sagte zu dem in Warschau erstmals erörterten Vorschlag, dieser sei interessant und solle genau geprüft werden. Struck reiste am Nachmittag zurück nach Berlin, wo die Wahl des SPD - Fraktionsvorsitzenden anstand. Am Abend wollte Struck nach Diplomatenangaben wieder an den informellen Beratungen der NATO - Verteidigungsminister teilnehmen.

Die Kriseneingreiftruppe soll nach NATO-Angaben keine Konkurrenz zur geplanten europäischen Truppe für Krisengebiete darstellen, zumal beide Einheiten unterschiedliche Aufgabenbereiche hätten. Während es bei der NATO-Truppe um Kampfeinsätze ginge, hätten die Missionen der europäischen Truppe Krisenbewältigung und Friedenssicherung zum Ziel.

NATO-Generalsekretär George Robertson forderte die Allianz dazu auf, sich auf neue Gefahren durch Terroristen und Massenvernichtungswaffen einzustellen. "Es ist wichtig, über die Rolle der Allianz in der Zukunft nachzudenken, um unsere Bürger vor krimininellen Terroristen und kriminellen Staaten zu schützen, besonders wenn diese Massenvernichtungswaffen besitzen", sagte der frühere britische Verteidigungsminister. Er spielte damit unter anderem auf den Irak an. Die USA und Großbritannien werfen dem Land vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen.

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