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UN und USA machen wegen Lage in Darfur Druck auf SudanDPA-Datum: 2004-06-30 14:43:11

Khartum (dpa) - US-Außenminister Colin Powell und UN- Generalsekretär Kofi Annan machen Druck auf die Regierung des Sudan, die humanitäre Lage in der westlichen Region Darfur zu verbessern. Ihre Besuche wurden am Mittwoch in Khartum von heftigen Studentendemonstrationen begleitet.

Khartum (dpa) - US-Außenminister Colin Powell und UN - Generalsekretär Kofi Annan machen Druck auf die Regierung des Sudan, die humanitäre Lage in der westlichen Region Darfur zu verbessern. Ihre Besuche wurden am Mittwoch in Khartum von heftigen Studentendemonstrationen begleitet.

Powell flog am Mittwoch nach El Fasher, der Hauptstadt der Region Darfur, um sich persönlich ein Bild von der Lage der Flüchtlinge zu machen. In Darfur machen arabische Reitermilizen mit Unterstützung der Zentralregierung Jagd auf die zwar muslimische, aber schwarze Bevölkerung. Dienstagabend hatte Powell bei einer Unterredung mit Staatspräsident Omar Hassan Ali el Baschir gewarnt, die internationale Gemeinschaft und der UN-Sicherheitsrat müssten eingreifen, wenn Khartum die Milizen nicht zurückhalte, nicht Gespräche mit Rebellen-Bewegungen in Darfur aufnehme und humanitären Organisationen nicht vollen Zugang in Darfur gewähre.

UN-Generalsekretär Annan wollte mit der Regierung und UN-Vertretern in Khartum sprechen und Mittwochabend gemeinsam mit Powell eine Pressekonferenz am Flughafen geben. Er hoffte, dabei geeignete Maßnahmen zur Linderung der Not der Flüchtlinge mitteilen zu können.

Die Überfälle in Darfur haben etwa 1,2 Millionen Menschen aus ihren Dörfern in Sammellager oder über die Grenze nach dem Tschad vertrieben. Schätzungsweise 30 000 Menschen kamen bisher ums Leben.

Annan will am Donnerstag nach Darfur und später weiter in den Tschad fliegen. In Erwartung von Studentenunruhen während seines Aufenthalts in Khartum hatte die Regierung vorsorglich den Mittwoch und Donnerstag landesweit zu öffentlichen Feiertagen erklärt. Dennoch konnte auch ein massives Aufgebot von Sicherheitspersonal in Uniform und Zivil lautstarke Proteste gegen die Regierung auf dem Universitäts-Campus nicht verhindern.

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