UN-Vollversammlung erörtert Unruhen
Gewalt in Nahost hält trotz Einigung auf Krisengipfel an

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen will sich im Lauf des Mittwochs mit den Auseinandersetzungen in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten befassen.

ap NEW YORK/JERUSALEM. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York will sich im Lauf des (heutigen) Mittwochs mit den blutigen Auseinandersetzungen in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten befassen. Der Antrag auf Einberufung der Sondersitzung war letzte Woche vom palästinensischen Gesandten Nasser el Kidwa gestellt und von über 100 Ländern der Dritten Welt, darunter den arabischen, gebilligt worden. Die Sondersitzung wurde nach Angaben einer Sprecherin vom finnischen Tagungspräsidenten Harri Holkeri nach einer am Dienstag geführten Unterredung mit el Kidwa angesetzt.

UN-Generalsekretär Kofi Annan warnte, Worte könnten den Nahen Osten erneut in Brand setzen. Die USA erklärten, nach dem Krisengipfel von Scharm el Scheich sei die Lage viel zu unsicher; eine Sitzung der Vollversammlung helfe zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Ein im Umlauf befindlicher Resolutionsentwurf sieht eine Verurteilung "exzessiver Gewaltanwendung" israelischer Soldaten und Siedler gegen die palästinensische Bevölkerung vor. Die wochenlangen Unruhen haben über 100 Todesopfer gefordert. Es handelt sich fast ausschließlich um Palästinenser.

Die Auseinandersetzungen unterdessen an, obwohl bei dem Nahost-Krisengipfel im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich eine Einigung auf einen Gewaltverzicht erzielt worden war. Zwei Palästinenser wurden erschossen - einer im Gaza-Streifen und einer im Westjordanland. Bei einer Schießerei im Jerusalemer Stadtteil Gilo wurde ein israelischer Grenzpolizist schwer verletzt. Palästinenser hatten eine jüdische Siedlung beschossen, zwei israelische Panzerbesatzungen erwiderten das Feuer aus Maschinengewehren. Die Behörden ordneten eine Evakuierung israelischer und palästinensischer Bewohner aus dem Gebiet an. An einer Straßensperre am Ostrand Jerusalems wurden am Dienstagabend zwei Soldaten angeschossen.

Bei einer Demonstration am Grenzübergang Erez zwischen Israel und dem Gazastreifen waren im Lauf des Tages zehn Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt worden, einer davon schwer. Ein Palästinenser starb an Verletzungen, die er vor zwei Wochen erlitten hatte.

Gemäß den Vereinbarungen von Scharm el Scheich gaben beide Seiten Erklärungen ab. Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak erklärte in Jerusalem, die Sicherheitskräfte würden akribische Anstrengungen unternehmen, um die Gewalt zu beenden und den Verlust von weiteren Menschenleben zu verhindern. Die palästinensische Führung erklärte: "Unser Volk wird keine Gewalt initiieren, anber unsere Menschen sind die Opfer dieser Gewalt geworden."



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