Unaufholbarer Rückstand
Biotechbranche steht vor Bewährungsprobe

Die deutsche Biotechnologie-Branche sieht sich am Scheideweg. "Die Biotech-Industrie steckt mitten in ihrer ersten wirtschaftlichen Bewährungsprobe", sagte der Vorsitzende der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), Peter Stadler, am Mittwoch in Frankfurt.

HB/dpa FRANKFURT/M. Nach einer stürmischen Wachstumsphase werde sich die Branche - angestoßen durch die Konjunkturflaute - in der kommenden Zeit gesund schrumpfen. Die öffentliche Debatte über Gentechnik sei eine enorme Belastung. "Im internationalen Vergleich sind wir dadurch so weit zurückgeworfen worden, dieser Rückstand ist nicht mehr aufholbar."

Der Abstand zu den USA, die bei Umsatz, Patentanmeldungen und bei Produktentwicklungen jeweils rund die Hälfte der Marktanteile halten, sei gewaltig. Auch die Schweiz oder Großbritannien seien um Längen voraus.

Erstmals ging 2002 die Zahl der Unternehmen in der erst 15 Jahre alte Branche um ein Prozent auf 360 zurück. Bei den Mitarbeitern gab es einen Rückgang von sieben Prozent auf 13 400. Der Umsatz aller Biotech-Firmen schrumpfte um drei Prozent auf rund eine Milliarde Euro. "Viele kleine Unternehmen kämpfen mit Liquiditätsproblemen, Ende 2003 wird es deutlich weniger geben", betonte Stadler. Die DIB ist der Biotechzweig des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI).

In Deutschland gebe es bereits 100 gentechnisch hergestellte Arzneimittel, berichtete Stadler. Davon stammten nur 14 von deutschen Herstellern. Gentechnisch manipulierte Medikamente machten bereits mehr als acht Prozent des deutschen Marktes aus.

Besonders prekär ist nach Ansicht der DIB die Situation bei gentechnisch veränderten Nutzpflanzen. Hier hätten die "tiefen ideologischen Gräben" innerhalb der rot-grünen Bundesregierung zu einem Stillstand geführt. Die meisten Erfahrungen mit solchen Pflanzen gebe es in Schwellen- und Entwicklungsländern.

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