Unbedingter Handlungsbedarf
EU-Kommission: Vorbereitung für Euro-Umstellung beschleunigen

vwd BRÜSSEL. Bankkonten und damit verbundene bargeldlose Zahlungsmittel wie Schecks, Überweisungsformulare und Zahlungskarten sollen laut Brüsseler Empfehlung zu Beginn des dritten Quartals 2001 in der Eurozone auf die Gemeinschaftswährung umgestellt werden, sofern der Kunde dies nicht anders wünscht. Kontoauszüge sollen den Gegenwert in nationaler Währung angeben. Dies sind Empfehlungen aus einem von der Europäischen Kommission am Mittwoch in Brüssel vorgestellten Maßnahmenkatalog, um weniger als 15 Monate vor der Ausgabe der Euro-Banknoten und-Münzen die Vorbereitungen für den "E-day" zu verstärken.

Die Kommission sieht unbedingten Handlungsbedarf. Jüngsten Erhebungen zufolge hätten bislang weniger als 1 % der Unternehmen ihre Buchführung schon auf Euro umgestellt. Am Zahlungsverkehr entfalle auf den Euro gerade einmal ein Anteil von 1,8 % bei den Transaktionen von Privatpersonen und von 3,2 % bei den gewerblichen Überweisungen. Zahlreiche Unternehmen verwechselten das Ende der Übergangszeit mit dem Ende des Parallelumlaufs und hätten für letzteres den 30. Juni 2002 im Gedächtnis behalten.



Kommission sieht Schweirigkeiten bei Unternehmen

Firmen, die zum 1. Januar 2002 nicht umgestellt hätten, liefen Gefahr, auf Schwierigkeiten zu stoßen und zusätzliche Kosten zu tragen, warnte die Kommission. Weil auch deren Kunden nicht ausreichend vorbereitet und durch die Währungsumstellung in ihrer Preiswahrnehmung verunsichert sein könnten, könne es Anfang 2002 zu einer zeitweisen Einschränkung des Konsums kommen, was sich auch gesamtwirtschaftliche dämpfend auswirken könne. In politischer Hinsicht sieht die Kommission die Gefahr, dass wegen Problemen beim physischen Euro-Start Bürger unzufrieden über ihre nationale Regierungen und die EU-Institutionen werden könnten.

Die nun an die Adresse der Hauptstädte in der Eurozone, die Geldinstitute, die Unternehmen sowie Branchen- und Verbraucherverbände vorgelegte Empfehlung setzt vor allem auf mehr Information und Vorziehen der Währungsumstellung, wo dies möglich ist. Öffentliche Verwaltungen und Unternehmen sollten Bezüge und Löhne möglichst früh im kommenden Jahr in Euro leisten, die Abrechnungen aber zumindest eine doppelte Betragsangabe enthalten. Die Tarifverhandlungen 2001 sollten in Euro geführt werden. Verwaltungen, Versorgungsunternehmen und Versicherungen sollten ab dem dritten Quartal die Rechnungen in Euro aufführen und lediglich den Endbetrag noch in nationaler Währung nennen.

Verträge über den 31. Dezember 2001 hinaus sollten auf Euro lauten, öffentliche Aufträge in Euro ausgeschrieben und vergeben werden, das Kapital von neu gegründeten Unternehmen in Euro ausgedrückt werden. Verbraucher sollten von ihren Geldinstituten dazu angeregt werden, ungenützte Bargeldbestände vor Ende Dezember 2001 einzuzahlen. Während des Parallelumlaufs sollten die Banken in unbegrenzter Höhe in Euro eintauschen. Gebührenfreiheit solle dabei auch über den Betrag hinaus gewährt werden, der von dem Institut als haushaltsüblich festgelegt werde.

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