Unbeeindruckt von US-Börsen
Europäische Börsen überwiegend fester

Die europäischen Börsen haben am Freitag überwiegend fester notiert und sich damit relativ unbeeindruckt von der schlechten Kursentwicklung an den US-Börsen gezeigt. "In den vergangenen drei bis vier Wochen war die Stimmung eher gut", sagte Eckhard Frahm, Händler bei Merck Finck & Co. "Ich würde angesichts der Wall-Street-Vorgaben nicht überreagieren."

Reuters FRANKFURT. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit europäischer Investoren wird Analysten zufolge als nächstes die Veröffentlichung der US-Arbeitslosenquote und-stundenlöhne stehen, die 14.30 Uhr MESZ veröffentlicht werden. Investoren erwarteten sich daraus neue Hinweise über den weiteren Verlauf der US-Wirtschaftsentwicklung. Die jüngsten Konjunkturdaten hätten erneut für Unsicherheit gesorgt, wie es wirklich um die US-Wirtschaft stehe. Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenunterstützung war am Donnerstag wesentlich höher ausgefallen als erwartet.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am Mittag um 0,68 % höher bei 4 169 Punkten, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,28 % zulegte auf 4 413 Zähler.

Gegen Mittag deutete der S&P 500-Future mit 0,4 Punkten im Plus auf einen behaupteten Start bei den Standardwerten, der Nasdaq-Future ließ dagegen mit 3,5 Punkten im Minus einen leichteren Auftakt bei den Technologiewerten erwarten.

Am Donnerstag hatten die New Yorker Aktienmärkte leichter geschlossen. Der Dow-Jones-Index war mit einem Minus von 0,74 % bei 10 796 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Technologie-Index Nasdaq hatte 3,35 % tiefer bei 2146 Punkten geschlossen.

London - Fester durch Finanzwerte

Die Londoner Börse tendierte zum Wochenausklang fester mit deutlichen Zuschlägen im Finanzbereich. Der FTSE-Index notierte 0,95 % im Plus bei 5 820 Zählern. Die größte britische Hypothekenbank Halifax und die Bank of Scotland gewannen beide nach der Bekanntgabe ihres Zusammenschlusses. Halifax-Titel kletterten um 3,66 % auf 820 Pence. Die Aktien der Bank of Scotland stiegen um 3,08 %. "Der Zusammenschluss scheint gut über die Bühne gegangen zu sein", sagte ein Händler. Vielleicht helfe das auch Lloyds bei der geplanten Übernahme von Abbey National, die zur Zeit von den Wettbewerbsbehörden überprüft wird. Lloyds- und Abbey National-Titel legten deutlich zu.

Zürich - Gut behauptet mit Zuschlägen bei Roche

Die Schweizer Börse präsentierte sich gut behauptet. Händler sagten, da der Markt bereits am Vortag in der Schlussphase nachgegeben habe, wirke er nun recht resistent gegenüber den negativen Vorgaben aus den USA. Der SMI-Index notierte 0,17 % höher bei 7 312 Punkten. Die Titel der neuen Diagnostik-Einheit des Pharmakonzerns Roche, Roche GS, kletterten um 1,37 % auf 129,75 sfr. Die Titel der Muttergesellschaft legten 0,18 % auf 142,25 sfr zu.

Paris - Unverändert mit Verlusten bei Cap Gemini

Die Pariser Börse präsentierte sich nahezu unverändert. Der CAC 40-Index notierte 0,06 % höher bei 5 461 Punkten. "Investoren picken sich ein paar defensive Werte heraus, aber ansonsten warten alle auf die US-Arbeitsmarktdaten", sagte ein Händler. Der private Fernsehsender TF1 verlor 6,67 % auf 42,09 Euro nach einem unter den Markterwartungen ausgefallenen Quartalsergebnis. Die Titel der Computerberatungsfirma Cap Gemini verloren 7,42 % auf 138 Euro. Zulegen konnte der Ölkonzern TotalFinaElf.

Mailand - Freundlich mit Zuschlägen bei Alleanza

Die italienischen Aktienwerte präsentierten sich am Freitagvormittag freundlich. Der Mib 30-Index notierte 0,34 % im Plus bei 40 021 Punkten. "Der Markt ist schwierig zu interpretieren", sagte ein Händler. "Er basiert größtenteils auf den Derivaten, wodurch alles andere irgendwie unnormal erscheint." Die Titel des Versicherers Alleanza gewannen 1,51 % auf 12,37 Euro, nachdem Goldman Sachs das "outperform" Rating bestätigt hat. Ebenfalls zulegen konnte der Lebensversicherer RAS. Die Titel kletterten 1,52 % auf 14,47 Euro.

Madrid - Freundlich mit Zuschlägen bei Banken

Die Börse in Madrid präsentierte sich freundlich. Der Ibex 35-Index kletterte um 0,7 % auf 9 560 Punkte. Händler sagten, die Aufmerksamkeit richte sich auf die erwarteten US-Arbeitsmarktdaten. Zuschläge verzeichneten die zwei führenden Banken, Banco Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, deren Titel um 1,86 und 0,97 % kletterten. Der Aktienkurs von Indexschwergewicht Telefonica stieg um 0,98 % auf 18,62 Euro. Die Titel des Ausrüsters für Speicherchip-Produzenten ASM Lithography verloren 1,3 % auf 29,71 Euro.

Amsterdam - Knapp behauptet mit Verlust bei ABN Amro

Die niederländischen Aktienwerte präsentierten sich zum Wochenausklang knapp behauptet. Der AEX-Blue-Chip-Index notierte 0,12 % leichter bei 584 Zählern. Zuschläge verzeichnete der Konsumgüterproduzent Unilever . Die Titel kletterten um 0,96 % auf 63,20 Euro. Abgeben musste dagegen die Investmentbank ABN Amro. Deren Kurs fiel um zwei Prozent auf 22,08 Euro.

Wien - Leichter mit Verlusten bei Telekom Austria

Die österreichischen Aktienwerte tendierten leichter. Der ATX-Index lag bei minus 0,58 % auf 1 195 Zählern. Vor allem die Aktien des weltgrößten Ziegelherstellers Wienerberger standen im frühen Handel weiter unter Druck, konnten sich später allerdings leicht erholen. Gegen Mittag notierten die Titel bei minus 0,07 % auf 20,60 Euro. Händler führten die Abgaben auf das am Donnerstag vorgelegte schlechte Quartalsergebnis zurück. Telekom Austria -Aktien verloren 1,97 % auf 6,46 Euro, laut Händleraussagen aber ohne fundamentale Gründe.

Brüssel - Leichter gezogen von Finanzwerten

Die Brüsseler Börse präsentierte sich leichter, gezogen von Verlusten bei den Finanzwerten. Der Bel 20-Index notierte 0,28 % leichter bei 2 789 Punkten. Nach Händleraussagen drückten vor allem erwartete hohen US-Arbeitslosenzahlen auf die Kurse. Der Kurs von Indexschwergewicht Fortis verlor 0,52 % auf 27,86 Euro. Die Geldinstitute Dexia und KBC Bancassurance verzeichneten ebenfalls Abschläge.

Stockholm - Fest mit Zuschlägen bei Telekoms

Die Stockholmer Börse tendierte am Freitagvormittag fest, getragen von den Telekomwerten. Der OMX-Index legte um 1,67 % zu auf 922,90 Zähler. Deutliche Zuschläge verzeichnete das Mobilfunkunternehmen Ericsson . Die Titel stiegen um 2,36 % auf 65 skr. Auch Nokia-Papiere kletterten um 3,04 % auf 338.5 skr. Ebenfalls Zuschläge verzeichnete die Bank SEB nach der Vorlage guter Quartalsergebnisse. Der SEB-Aktienkurs stieg um 3,63 % auf 100 skr.

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