Unbekannter Käufer sucht Aktien zusammen
Analysten: DEAG-Übernahme unwahrscheinlich

Eher skeptisch blicken Analysten auf Berichte über eine mögliche feindliche Übernahme der Deutschen Entertainment AG (DEAG), Berlin.

vwd BERLIN. Zwar sei ein solches Szenario nicht vollständig auszuschließen, hieß es in einer Umfrage der Nachrichtenagentur vwd. Die Wahrscheinlichkeit sei allerdings nicht sehr groß, betonten drei von vier befragten Experten und folgten damit nicht dem DEAG-Vorstandsvorsitzenden Peter Schwenkow. Dieser vermutet hinter den jüngsten Kursverlusten bewußte Manipulationen eines Übernahmeinteressenten und hat bereits Investmentbanken mit Abwehrmaßnahmen beauftragt.

"Ich glaube nicht an eine feindliche Übernahme", sagt Analyst Jan Herbst von Sal. Oppenheim. Das Geschäft in dieser Branche sei "sehr personenbezogen". Vieles hänge an den Verbindungen und Kontakten des Managements, so dass gegen diese das Geschäft nur schwer betrieben werden könne. Auch andere Analysten, die nicht namentlich genannt werden wollten, bezeichneten die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario als "nicht sehr groß".

Immerhin hielten Schwenkow und das Management etwa 41 Prozent der Aktien. Auch wenn bei einem Streubesitz von 59 Prozent die Mehrheitsübernahme über den Markt theoretisch möglich sei, seien die Chancen dafür eher gering.

Allerdings wurde auch eingeräumt, dass die Aktie auf dem derzeitigen Niveau günstig bewertet sei und auf Assets verwiesen, die nicht nur Konkurrenten aus der Branche reizen könnten. Als Beispiel nannten sie das Grundstück rund um die Jahrhunderthalle in Frankfurt, dessen Wert auf etwa 15 Mill. Euro geschätzt werde. Hinzu kämen die einzelnen Unternehmensbereiche, die zum Teil hochprofitabel arbeiteten. Somit könnte die DEAG nicht nur für Konkurrenten aus der Branche interessant sein, sondern auch für Investoren, die eine Zerschlagung und einen Weiterverkauf planten.

Die Holding-Struktur, unter der operativ eigenständige Einheiten agieren, mache die DEAG für einen feindlichen Übernahmeversuch "angreifbar", hieß es in Unternehmenskreisen. Deshalb wurden Investmentbanken mit der Entwicklung einer Abwehrstrategie beauftragt. Unterschiedliche Szenarien dafür würden derzeit entwickelt. Denn in den vergangenen Wochen habe man beobachtet, dass große Positionen von Aktien "sofort weggeschnappt würden" und "der Kurs gedeckelt" werde. Niemand wisse, wo die Aktien verblieben seien, die nach dem Rückzug eines Fonds auf den Markt gekommen seien. Es gebe Indizien, dass jemand den Kurs bewusst über das von Day-Tradern bekannte Maß hinaus manipuliere und gleichzeitig ein Kaufinteresse verfolge.

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