Unbelehrbare Renditegeier

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Unbelehrbare Renditegeier

Ein 17Jähriger brauchte nur eine Web-Seite und einen Kopf voller Flausen, um 1 000 Anleger aufs Kreuz zu legen.

Es klingt wie ein Schmunzler aus der Anfangsszeit der Internet-Aktien-Blase, aus jenen Tagen, als jungfräuliche Anleger zu naiven Renditegeiern mutierten und jedem glaubten, der ihnen exorbitante Renditen versprach: Der 17-jährige Kalifornier Cole Bartiromo lockte mit völlig unrealistischen Renditeversprechen Anleger auf seine Internet-Seite und kassierte von 1 000 Gutgläubigen eine lockere Million Dollar. Er versprach sogar als "Weihnachts-Wunder" eine Rendite von 2500% auf Geld, das vor dem Fest investiert wurde.

Nein, dies ist kein Geschichte aus den Jahren 98 oder 99- der Betrug ist erst in dieser Woche aufgeflogen. Trotz aller Aufklärungsversuche nach dem Fall der Internet-Aktien, trotz aller Fernsehsendungen und Zeitungsbericht: Noch immer scheint das menschliche Denken außer Kraft gesetzt zu werden, wenn von immensen Gewinnen die Rede ist. Die Hoffnung der Unbelehrbaren:Was einmal die Kurse nach oben trieb, das muss doch noch einmal möglich sein.

Diesmal sind die Anleger mit einem blauen Auge davon gekommen: 900 000 Dollar konnten die Ermittler retten, diese Summe hatte der junge Schwindler auf ein Konto in Costa Rica transferiert. 10% Verlust - das dürfte weniger sein, als was die meisten von ihnen im vergangenen Jahr mit Aktien verloren haben

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Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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