Unbequemer Mahner
Heym soll am Freitag beigesetzt werden

Der am Sonntag gestorbene Schriftsteller Stefan Heym soll am Freitag um 11.00 Uhr auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt werden.

ap BERLIN. Dies teilte am Mittwoch das Büro der PDS-Fraktion mit. Der 88-Jährige war auf einer Kongressreise in Israel an Herzversagen gestorben. Heym galt als einer der bekanntesten zeitgenössischen deutschen Schriftsteller und hatte sich auch als unbequemer Mahner im politischen Geschehen einen Namen gemacht.

Der 1880 eingeweihte Friedhof im Berliner Bezirk Weißensee ist einer der größten jüdischen Friedhöfe Deutschlands. Beigesetzt sind dort Prominente wie der Journalist Theodor Wolff, der Industrielle Emil Rathenau, der Mediziner Albert Fraenkel und der Warenhausgründer Hermann Tietz. Dort befinden sich auch die Grabstätten der Verleger Samuel Fischer und Rudolf Mosse. Heym wurde 1913 in Chemnitz als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Nach der Nazi-Machtübernahme 1933 wanderte er in die USA aus und kehrte im Zweiten Weltkrieg mit den US-Truppen zurück nach Europa. 1952 siedelte Heym in die DDR über, setzte sich aber später als "kritischer Marxist" mit den doktrinären Kräften auseinander, die nach seiner Ansicht "den Sozialismus zu einem Zerrbild der Idee entstellten".

Bei der Bundestagswahl 1994 gewann er als parteiloser Kandidat für die PDS das Mandat im Wahlkreis Berlin Mitte/Prenzlauer Berg. Als Alterspräsident eröffnete er die konstituierende Sitzung des Parlaments. Bereits 1995 gab der aufmüpfige Spätpolitiker allerdings aus Protest gegen die geplante Diätenerhöhung sein Bundestagsmandat zurück.

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