Unbereinigte Arbeitslosenquote im April bei 9,5 %
Arbeitsmarkt stagniert wegen schwächerer Konjunktur

Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr deutlich schwächer ausgefallen. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit sieht darin die Auswirkung des abnehmenden Wirtschaftswachstums. Arbeitsminister Riester schätzt die Entwicklung am Arbeitsmarkt dennoch optimistisch ein.

dpa-afx/rtr BERLIN/NÜRNBERG. Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr deutlich schwächer ausgefallen als in den Vorjahren. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, sprach am Dienstag in Nürnberg von einer "Delle". Die Abschwächung der Konjunktur lasse den Arbeitsmarkt in Deutschland stagnieren. Ende April waren 3 867 900 Menschen ohne Beschäftigung. Das waren 131 700 weniger als im Vormonat und 118 500 weniger als im April 2000. Die unbereinigte Arbeitslosenquote lag damit im vergangenen Monat bei 9,5 % (März: 9,8 %).

In den alten Ländern sank die Zahl der Arbeitslosen im April um 65 400 auf 2 473 500, in den neuen Ländern um 66 300 auf 1 394 400. Saisonbereinigt registrierte die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg zum vierten Mal in Folge sogar einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Mit Blick auf die lang anhaltende schlechte Witterung im Frühjahr meinte Jagoda, der Winter sei auf dem Arbeitsmarkt noch nicht abgearbeitet. Für die nächsten beiden Monate erwartet er aber noch einen Schub. Grund zur Korrektur seiner Prognose von 3,6 bis 3,65 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2001 sah er jedoch nicht.

Riester bleibt optimistisch

Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) schätzt die Entwicklung am Arbeitsmarkt weiterhin optimistisch ein. "Auch wenn sich der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt leicht abgeschwächt hat, zeigt die Arbeitsmarktentwicklung doch weiter nach oben. Immer mehr Jobs werden geschaffen", sagte Riester am Dienstag in Berlin zu den jüngsten Arbeitsmarktzahlen.

Er verwies auf vorläufige Schätzungen des Statistischen Bundesamtes. Nach diesen habe es im Februar 2001 bei der Zahl der Erwerbstätigen "einen kräftigen Anstieg" gegenüber Februar 2000 um 366 000 auf 38,2 Millionen gegeben. "Die Bundesregierung wird angesichts einer leichten Konjunkturschwächung ihr Reformtempo nicht zurücknehmen, sondern Reformpolitik energisch vorantreiben. Damit legen wir eine Grundlage, damit ein dauerhafter Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt möglich wird", sagte der Minister.

Erfreulich nannte er die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei Älteren über 50 Jahren, bei Langzeitarbeitslosen sowie bei Ausländern und Schwerbehinderten. Die Arbeitslosigkeit dieser Gruppen sei im Bundesgebiet überdurchschnittlich gesunken. "Hier zeigen die verschiedenen Initiativen der Bundesregierung und der Bundesanstalt für Arbeit Erfolg."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%