Unblutiges Ende einer langer Nervenprobe
Geiselnehmer gibt auf

Nach rund viereinhalb Stunden Nervenprobe in der Stuttgarter Innenstadt ist alles vorbei. Kurz nach 16.00 Uhr hatte ein bewaffneter Bankkunde den Filialleiter der Südwestbank in seine Gewalt gebracht. Die Polizei nimmt telefonisch Kontakt mit dem Täter in dem Gebäude auf. Am Abend ist der 44-Jährige am Ende. Er gibt auf. Die 33-jährige Geisel ist frei. Es fließt kein Blut.

dpa STUTTGART. 50 Beamte und 20 Spezialeinsatzkräfte waren zum Tatort geeilt. Das Gebiet in der Nähe des Hauptbahnhofs und der zentralen Fußgängerzone wird abgesperrt. Während niemand weiß, was genau drinnen in der Filiale passiert, warten die Dutzende von Neugierigen an den Absperrungen gespannt. Inmitten der Hektik ist Polizeisprecher Hermann Karpf die Ruhe selbst. "Wie lange wird es dauern?", fragt ein Journalist. "Wir haben Zeit", antwortet Karpf. "Wenns dafür keine Verletzten gibt, warten wir bis übermorgen."

"Kann der nicht endlich rauskommen?", fragt ein junger Bursche. "Im Krimi stürmen die doch immer sofort die Bank. Hier passiert ja nichts", sagt ein anderer. Doch das stimmt nicht. Die Leute wissen nicht, dass sich eine weitere Bankangestellte unbemerkt vom Täter in einem Hinterraum versteckt hält. Und die Beamten sieht kaum jemand. Die Polizei setzt auf Ruhe und Deeskalation. Am wichtigsten ist, dass der Geisel nichts passiert.

Gerüchte machen die Runde. Etwa über einen Stuttgarter Gemüsehändler, der den Filialleiter persönlich kennt und womöglich in Geldnöten steckt. Karpf dementiert.

Ein Polizist beruhigt den Täter am Telefon. Der fordert unter anderem 20 000 Euro. Doch der geschulte Beamte kann ihn schließlich zur Aufgabe bewegen. Spezialeinsatzkräfte nehmen ihn fest. Schließlich wird klar: Motiv für die Tat ist die Kündigung eines laufenden Kredits in Höhe von 10 000 Euro. "Es war eine Verzweiflungstat. Der Mann wollte sich an dem Filialleiter rächen", sagt Karpf.

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