„Und hier ist überall 80!“
Werber mit Speed-Control

Den Phaeton gibt?s jetzt auch in lang. Reklame-Promi Lothar Leonhard hat ihn für das Weekend Journal getestet. Sein Fazit: ein solides Auto mit Imageproblemen.

Fast gehen Lothar Leonhard in der Lärmschutzzone in Süd-Sachsenhausen die Pferde durch, von denen der Phaeton eine Menge hat: "Man merkt überhaupt nicht, wie schnell man ist", sagt der Chef der Werbeagentur Ogilvy & Mather bei Tempo 100 erschrocken. "Und hier ist überall 80!"

Leonhard ist keiner, der es drauf ankommen lässt: Er fährt zwar gern an der Motorgrenze - doch seit er mal für vier Wochen seinen Führerschein abgeben musste, kennt er alle Blitzfallen zwischen Taunus und Odenwald: "Da bin ich fast phobisch." Für das Weekend Journal probiert Leonhard den Volkswagen Phaeton aus - und zwar den langen, mit zwölf Zentimetern an zusätzlicher Beinfreiheit. Einer für betuchte VW-Fans. Dabei hat sich der Werber weniger auf die geräumige Hinterbank gefreut, sondern mehr aufs Gaspedal und den großen V 10-Dieselturbo, der schon zweimal mit dem "Engine of the Year"-Award gekrönt wurde: "Der Motor ist wirklich nicht zu fassen!" sagt der kleine Mann mit der lustigen Hornbrille.

Eigentlich ist Leonhard ein eingefleischter Benziner und schwört auf hochgezüchtete Mercedes von AMG, "jedenfalls, solange die noch nicht diese Kriegsbemalung hatten". Doch als er am Berghang probehalber auf Vollgas geht, muss er den 313 PS-starken Selbstzünder aus Wolfsburg loben: "Zieht unheimlich. Ein guter Achtzylinder ist in der Charakteristik etwas anders; das sind wohl mehr Popo-Gefühle."

Zur Ausfahrt auf der Landstraße von Frankfurt Richtung Odenwald löst Leonhard seine eingebaute Handbremse ein bisschen. Wenn er auch betont, was dem großen Phaeton seiner Meinung nach unbedingt fehlt: "Eine Speed-Control wie bei Mercedes. Wenn ich die auf 100 einstelle, kann mir nix passieren."

Im Business hätte Leonhard wohl gern Ähnliches: Immer nur darauf vertrauen, dass es schon gut gehen wird, ist seine Sache nicht. Sein erster Gedanke jeden Tag lautet: "Was könnte heute wieder schief laufen?" - und macht ein Sorgengesicht. Dabei hat der Mann eine beispiellose Tellerwäscher-Karriere hingelegt. Mit 17 verließ er das Gymnasium ohne Abschluss und arbeitete sich durch Deutschlands Agenturen bis zum Chef von Ogilvy vor, war zeitweise Präsident des Werber-Verbandes GWA. Seine Agentur gehört heute zu den erfolgreichsten Deutschlands.

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