Underberg schluckt Asbach

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Underberg schluckt Asbach

Die mit Kräuterschnaps groß gewordene Getränke-Gruppe Underberg (Rheinberg) hat den Weinbrandhersteller Asbach (Rüdesheim) komplett übernommen.

dpa RHEINBERG/RüDESHEIM. Die Traditionsmarke Asbach Uralt ist nach mehreren Eigentümerwechseln in den vergangenen zehn Jahren wieder komplett nach Deutschland zurückgekehrt. Die mit Kräuterschnaps groß gewordene Getränke-Gruppe Underberg (Rheinberg) hat die restlichen 50 % Anteile am Weinbrandhersteller Asbach (Rüdesheim) vom französischen Spirituosen-Konzern Rémy Cointreau übernommen. Zum Kaufpreis machte Underberg am Freitag in Rheinberg keine Angaben. Underberg will der Spirituosen-Spezialität Asbach mit neuen Flaschen-Aufmachungen sowie Getränke-Variationen zu altem Glanz im In- und Ausland verhelfen.

Nach jahrelangem Abwärtstrend sei Asbach 2001 mit Underberg-Hilfe die Trendwende gelungen. Während der deutsche Spirituosenmarkt um neun Prozent geschrumpft sei, habe Asbach mit 5,4 Mill. Flaschen im Inland ein Absatzplus von 0,7 % verbucht. Asbach gewinne Marktanteile im Großhandel und in der Gastronomie. "Wir haben eine ganze Menge neue Ideen", sagte Underberg-Eigentümer Emil Underberg zur Asbach-Produktpalette. Daneben soll das Exportgeschäft (600 000 Flaschen im Jahr 2001) unter anderem in den USA ausgebaut werden.

Underberg verspricht sich von der Asbach-Offensive eine höhere Auslastung der Kapazitäten in Rüdesheim. Es gebe weder eine Arbeitsplatzgarantie noch Pläne zu umfangreichen Stellenstreichungen, erläuterte Underberg. Für die Asbach GmbH sind derzeit 120 Mitarbeiter in Produktion, Vertrieb und Marketing tätig. Das Unternehmen wurde vor 110 Jahren von Hugo Asbach gegründet und 1991 von der Familie an den britischen Spirituosenhersteller United Distillers verkauft (heute Teil des Guiness-Konzern). 1999 wurden je 50 % der Asbach-Anteile von Underberg und dem niederländischen Unternehmen Bols Royal übernommen (heute Teil von Rémy Cointreau).

Die Firma Underberg wurde vor 156 Jahren im niederrheinischen Rheinberg gegründet und befindet sich seitdem in Familienbesitz. Der Gruppenumsatz beträgt rund 500 Mill. ?. Beschäftigt werden 1000 Mitarbeiter. Eine Schiene neben den Spirituosen, Sekt und Wein sind alkoholfreie Getränke. Ein Tochterfirma kaufte im November die Marke Valensina, nachdem das Bremer Unternehmen Dittmeyer in Schieflage geraten war.

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