Uneingeschränkter Zugang bleibt noch zu prüfen
Uno-Diplomaten erwarten guten Willen Iraks

Die Vereinten Nationen haben am Dienstag Diplomaten zufolge bei den Gesprächen über eine Wiederaufnahme der Uno-Rüstungskontrollen ein Entgegenkommen Iraks erwartet.

Reuters WIEN/BLACKPOOL. Er erwarte, dass der Irak als Geste des guten Willens eine Reihe von Informationen zu seinem Atomprogramm übergebe, die das Land der Uno seit Jahren schuldig sei, sagte ein hochrangiger Diplomat aus dem Umfeld der Gespräche in Wien.

Großbritanniens Premierminister Tony Blair will seinem Sprecher zufolge am Nachmittag seine harte Haltung im Irak-Konflikt erläutern und davor warnen, dass mit der Durchsetzung der Waffenkontrollen das Ansehen der Uno auf dem Spiel stehe. Der irakische Vizepräsident Tarek Asis mahnte die Türkei, keinen Militärschlag gegen sein Land zu unterstützen.

Gespräche machen Fortschritte

Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) der Uno äußerten sich positiv über den bisherigen Verlauf der Gespräche. IAEA-Experten sitzen mit am Tisch bei den Verhandlungen, in denen die praktischen Details einer Rückkehr der Uno-Waffeninspektoren nach Irak ausgearbeitet werden sollen. "Ich denke, wir machen Fortschritte", sagte IAEA-Direktor Mohamed ElBaradei in Wien und IAEA-Sprecherin Melissa Fleming bewertete die Gespräche im DeutschlandRadio als "recht positiv".

Hans Blix, Verhandlungsführer auf Seiten der Uno und Chef der Inspektoren, verwies zu Beginn des zweiten Gesprächstages darauf, dass noch viel Arbeit bevorstehe. Die Gespräche gelten als erster Test dafür, ob Irak wie kürzlich versprochen bereit ist, den Inspektoren uneingeschränkten Zugang zu seiner Waffenproduktion zu gewähren, auch zu Anlagen, die bis zur Unterbrechung der Kontrollen vor vier Jahren verschlossen geblieben waren. Die Ergebnisse sollen am Donnerstag dem Uno-Sicherheitsrat vorgelegt werden.

US-Präsident Georg W. Bush hat die Uno gemahnt, die in mehreren Resolutionen verlangten Kontrollen endlich durchzusetzen. Gemeinsam mit Großbritannien drängen die USA derzeit darauf, dass die Uno Irak verschärfte Bedingungen stellt und mit militärischer Gewalt droht. Die drei weiteren ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrates Frankreich, Russland und China haben sich skeptisch dazu geäußert. Sie können im Rat ein Veto gegen Entschließungen einzulegen.

Blair: Uno droht Respekt zu verlieren

Ohne die Androhung von Gewalt werde der irakische Präsident Saddam Hussein niemals einlenken. Diese Position wird Blair seinem Sprecher zufolge am Nachmittag vor seiner Partei einnehmen. Wenn es der Uno nicht gelinge, ihre Forderungen durchzusetzen, werde ihr internationales Ansehen zerstört. Am Vortag hatten im englischen Blackpool 40 Prozent der Delegierten der Labour für ein striktes Nein zu einem Militärschlag gestimmt. 60 Prozent unterstützten das Bemühen Blairs um eine verschärfte Haltung der Uno.

"Wir wollen eine friedliche Lösung", bekräftigte der britische Außenminister Jack Straw im BBC-Rundfunk und fügte hinzu: "Angesichts des Verhaltens und des Charakters (des irakischen Präsidenten) Saddam Husseins besteht der Weg einer friedlichen Lösung darin, so hart wie möglich aufzutreten." Seine Warnung an die Türkei begründete der Iraker Asis damit, dass das Land mit einer Unterstützung des Angriffs eigenen Interessen schade. Dabei erwähnte er ausdrücklich wirtschaftliche Probleme als Folge eines Angriffs. Die Türkei ist Mitglied der Nato. Die USA könnten im Falle eines Angriffs Militärbasen des irakischen Nachbarn nutzen wollen.

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