Uneinheitlich bis fester
Europäische Börsen legen bis Handelsschluss zu

An den europäischen Börsen hat sich am Donnerstag in der Schlussphase des Handels wieder eine etwas zuversichtlichere Stimmung durchgesetzt und die Märkte konnten frühere Verluste zumeist wieder ausgleichen.

Reuters FRANKFURT. Die Anleger ließen sich von uneinheitlichen US-Wirtschaftsdaten und steigende Anleihenrenditen nicht übermäßig verunsichern und setzten nach Händlerangaben offenbar weiter auf eine Erholung der Wirtschaft. Der DJ Stoxx 50 schloss allerdings 0,12 Prozent im Minus auf 3647 Zählern.

"Die Erholungsgeschichte bleibt intakt und der Markt scheint eher aufwärts zu tendieren," so Kevin Gardiner Strategist bei der Credit Suisse First Boston. "Wir sind lieber drinnen als draussen", so Gardiner weiter. Der französische Versicherer Axa verlieh den Versicherern mit einem positiven Ausblick Unterstützung. Axa Titel stiegen, trotz eines kleineren Nettogewinnes im Jahre 2001, um vier Prozent. Starker Rückenwind kam auch aus Kopenhagen, wo Alternativ-Energieanbieter wie Vestas oder NEC Micon nach guten Resultaten rund zehn Prozent zulegten. GlaxoSmithKline war nach einer verlorenen Patentauseinandersetzung unter den Verlierern zu finden, auch Skandia gaben nach.

Pharmawerte belasten Geschäft in London

Im Zuge nachgebender Kurse der Pharmawerte schloss die Londoner Börse mit leichten Verlusten. Der FTSE-100-Index büsste 0,2 Prozent auf 5261 Punkte ein. Die Titel des Pharmariesen GlaxoSmithKline führten das Feld der Verlierer mit 1,8 Prozent im Minus an. Die Einführung eines Generika seines Antibiotikas Augmentin in den USA durch die israelische Teva Pharmaceutical könnte die Umsätze schmälern, sagten Händler. Auch Astra Zeneca gaben nach. Die Titel büssten 1,3 Prozent ein. Entgegen dem Trend legten jedoch Shire Pharmaceuticals fünf Prozent zu. Mit Ausnahme von HBOS, die 2,8 Prozent höher aus dem Handel gingen, war der Bankensektor wenig verändert. Am meisten zulegen konnten EMI, die rund vier Prozent anstiegen; das Unternehmen will in der nächsten Woche über seine Strategie orientieren.

Unter der Führung von Alstom hat die Pariser Börse fester geschlossen. Der in der Schwerindustrie und im Transportbereich tätige Konzern legte einen Plan für die Verbesserung der Bilanz und zur Stärkung der Ertragslage vor. Der CAC-40 Index legte 0,51 Prozent auf 4546,84 Punkte zu. 27 Titel waren fester, zehn schwächer und drei unverändert. Alstom schlossen 7,47 Prozent höher. Axa waren gut vier Prozent fester. TF1 schlossen gut zwei Prozent höher, die Deutsche Bank hatte die Aktie der Fernsehstation auf ihre europäischen "Focus List" genommen.

Schwergewichte beflügeln Schweizer Markt

Die Schweizer Aktien haben am Donnerstag dank Kursanstiegen in einzelnen Schwergewichten fester geschlossen. Händler sagten, der Markt insgesamt sei uneinheitlich gewesen. Für Auftrieb gesorgt hätten vor allem Roche, Novartis und CS Group. Der SMI legte 0,71 Prozent zu auf 6543,5 Zähler. Der breite SPI gewann 0,7 Prozent auf 4468,83 Punkte. Händler sagten, auch der Verfall der Futures und Optionen an der Eurex, verschiedener Warrants und OTC-Kontrakten am Freitag dürfte dem Markt ebenfalls Unterstützung gegeben haben. Derivate und verfallsbezogene Käufe sowie Deckungskäufe, als Roche bei 127 sfr nach oben ausgebrochen sei, hätten die Spekulationen um eine engere Kooperation oder gar Fusion zwischen Roche und Novartis wieder aufleben lassen und hätten die Kurse nach oben getrieben, erklärten Händler. Roche GS und der Inhaber gewannen rund drei Prozent. Nach Tagen eher schwächerer Entwicklung holten CS Group auf und legten 2,5 Prozent zu auf 62,15 sfr. Ein Händler verwies auf Spekulationen im Markt, wonach die Bank ihre Investmentbank CSFB verkaufen könnte.

Die niederländische Börse notierte unverändert. Der AEX-Index schloss auf 511,4 Punkten. KPN gingen nach anfänglichen Verlusten von fünf Prozent, ausgelöst durch die Bekanntgabe einer riesigen Abschreibung auf der Beteiligung an E-Plus, 0,2 Prozent höher aus dem Handel.

Iberia-Aktie in Madrid im Steigflug

Eine gute Nachfrage nach Telefonica und Gamesa hat der Madrider Börse ins Plus verholfen. Der Ibex-35 Index schloss 0,7 Prozent fester mit 8253 Zählern. Der Markt konsolidiere Schritt für Schritt und mache sich bereit für die Marke von 8500 Index-Punkten, sagte ein Händler. Iberia konnten fast sechs Prozent zulegen. Leicht schwächer tendierten Banco Bilbao Vizcaya Argentaria and Santander Central Hispano.

Die Mailänder Börse hat unter der Führung des Banktitels Bipop-Carire fester geschlossen. Die Aktie stieg acht Prozent als die lang erwartete Übernahme des Instituts durch die Banca di Roma endlich angekündigt wurde. Der Mib30-Index stieg um 0,41 Prozent auf 32.927 Zähler. Banca di Roma schlossen gut ein Prozent fester. Die Aktie des Ölfeld-Ausrüsters Saipem verlor nach Gewinnmitnahmen 2,8 Prozent.

Erste Bank belastet ATX-Index

Der OMX-Index der Börse Stockholm verlor 1,1 Prozent auf 803 Zähler. Der Versicherer Skandia führte die Verliererliste an; die Titel gaben 7,1 Prozent nach. Die beiden Schwergewichte Nokia und Ericsson büßten 1,5 respektive 2,2 Prozent ein.

Der ATX-Index der Wiener Börse schloss 0,37 Prozent tiefer bei 1228 Zählern. Belastend wirkten sich auf den Index die leichteren Kurse bei den Schwergewichten Erste Bank auf 64 Euro, OMV auf 103 Euro und Telekom Austria auf 9,30 Euro aus.

Der Bel-20 Index notierte in Brüssel 0,46 Prozent im Minus. Fortis gaben nach einer Rückstufung durch Schroder Salomon Smith Barney 1,2 Prozent ab. Schwächer waren auch Ion Beam Applications, die nach Bekanntgabe der Ergebnisse 8,4 Prozent abtauchten.

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