Uneinheitliche Tendenz
Europa-Börsen folgen der T-Aktie abwärts

Die schwache Tendenz des Dax-Schwergewichts Deutsche Telekom belastet auch andere europäische Indizes. Am frühen Nachmittag lassen viele Aktien jedoch ihre bisherigen Tages-Tiefstände wieder hinter sich.

Reuters. Die europäischen Standardwerte haben am Donnerstag-Mittag unter dem Eindruck der schwachen Aktien der Deutschen Telekom überwiegend eine nachgebende Tendenz gezeigt. Anleger mieden die Technologie-Aktien insgesamt. Anfänglich hatten der solide Gewinnausweis der niederländischen Finanzgruppe ING und neues Anleger-Interesse in der französischen Mediengruppe Vivendi den Märkten eher etwas Auftrieb verliehen. Alles in allem seien die Märkte aber richtungslos, sagte ein Händler. Am Mittag stand der FTSE Eurotop 300 mit 0,24 Prozent im Minus. Der DJ Euro Stoxx 50 wies ein Minus von 0,3 Prozent auf. Nokia und Ericsson waren zuletzt schwächer. Deutsche Telekom AG verloren frühere Gewinne und lagen gut fünf Prozent im Minus auf einem historischen Tief nachdem Moody's das Rating der Gesellschaft reduziert und die Aussichten mit negativ bewertet hatte.

LONDON - Der Londoner FTSE-100-Index notierte zum Mittag wenig verändert mit Minus 0,02 Prozent auf 5150,7 Punkten. Händler begründeten das Plus mit den festen Vorgaben der Wall Street sowie einem Anstieg der britische Einzelhandelsumsätze um 1,7 Prozent bei anhaltendem Konsumentenvertrauen. Analysten waren von einem Wachstum von 0,4 Prozent ausgegangen. Im Mittelpunkt standen Vodaphone , die von den in der nächsten Woche publizierten Jahresresulaten sowie von Gerüchten eines Verkaufs der Festnetzlinie Japan Telecoms sprofitierten. Die Aktie legte fast vier Prozent zu. Eine Reihe von Resultaten von Firmen wie Man Group oder Six Continents entsprachen mehrheitlich den Erwartungen.

PARIS - Der Multimedia-Giant Vivendi Universal und EADS haben bis Donnerstag Mittag für Auftrieb an der Pariser Börse gesorgt. Der CAC-40 Index legte am Vormittag 0,21 Prozent zu auf 4335,59 Zähler. Vivendi waren fast vier Prozent fester. Ursache dafür waren Hoffungen der Anleger, dass die Kompetenz des umstrittenen Vivendi-Konzernchefs Messier beschnitten werden und der Konzernleiter dann zurücktreten könnte. Bei EADS waren positive Äusserungen des Konzernchefs über den Geschäftsverlauf für den Kursanstieg massgebend.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien bröckelten nach einer etwas freundlicheren Tendenz im Verlauf wieder ab. Händler sprachen von einem ruhigen Geschäft mit moderaten Umsätzen. Dabei fielen einzelne Spezialsituationen wie Centerpulse und Berna Biotech mit tieferen oder Rentenanstalt mit höheren Kursen auf. Der SMI notierte um 0,51 Prozent tiefer bei 6552,0 Punkten. Händler sagten, derzeit gebe es kaum Gründe, warum die Aktien steigen sollten. Die Investoren seien verunsichert und hielten sich daher zurück.

AMSTERDAM/ BRÜSSEL - Die Börsen der Benelux-Staaten tendierten gegen Mittag uneinheitlich. Der holländische AEX-Index legte 0,4 Prozent auf 488,87 Punkte zu und der belgische Bel20-Index gab fast zwei Prozent nach. Unterstützung verliehen besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen von ING. So stieg der Quartalsgewinn auf 1,13 Milliarden Euro, was die Firma veranlasste, die Jahresprognosen heraufzustufen. Davon profitierten auch andere Finanz- und Versicherungswerte wie Aegon oder Fortis. Techwerte wie ASMI oder ASML kamen wegen der fallenden Halbleiter-Preise unter Druck.

MAILAND - Bis zum Mittag tendierte die Börse Mailand wenig verändert. Defensive Titel waren gesucht, die Gewinn reichten aber gerade aus, um die Kursverluste im Finanzbereich auszugleichen. Edison tendierten fester und legten bis Mittag fast fünf Prozent zu. Der MIB-30-Index sank um 0,04 Prozent auf 30.735. Telecom Italia verloren 0,25 Prozent. Die Aktien von IntesaBCI , der grössten Bank des Landes, verloren 2,29 Prozent. Anleger machten sich Sorgen wegen der Argentinien-Engagements der Bank.

MADRID - Die spanische Börse legte ebenfalls einen festen Auftakt hin, wenn auch die meisten Händler von einer volatilen Sitzung sprachen. Der Ibex35-Index legte 0,2 Prozent auf 7869,2 Zähler zu. Fester waren vor allem Telekomwerte wie Telefonica.

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