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Uneinheitlicher Handelsschluss

Der August ist bekanntlich der Ferienmonat Nummer Eins. Das bekommen auch die Wall Street zu spüren. Am Dienstag verzeichneten die US-Aktienmärkte das drittgeringste Handelsvolumen des Jahres. New Yorks wichtigste Indizes schlossen uneinheitlich. Den Nasdaq Index belasteten vor allem die Kursverluste der Technologiewerte.

Negative Kommentare zum Chipsektor lösten den Rutsch aus. Befürchtungen Cisco Systems könnte nach Handelsschluss mit verhaltenen Quartalszahlen oder reduzierten Prognosen enttäuschen, setzten den Index zudem unter Druck. Der Nasdaq Index ging mit einem Verlust von 0,5 Prozent auf 2027 Punkten zurück. Der Dow Jones Index profitierte dagegen von Kursgewinnen bei General Electric und Home Depot. Das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte gewann 0,5 Prozent und schloss auf 10 458 Punkten.

Vor allem Einzelhandelswerte gehören am Dienstag zu den größten Gewinnern. Zu verdanken hatten das die Marktteilnehmer den US-Produktivitätsdaten sind besser ausgefallen waren als erwartet. Die Produktivität stieg in den USA im zweiten Quartal um 2,5 Prozent an. Die Mehrheit der Experten hatte lediglich mit einem Anstieg von 1,6 Prozent gerechnet. Der Schönheitsfehler: der Anstieg kam vor allem durch Entlassungen zustande. Weniger Angestellte bei kaum verändertem Output bedeutet eben einen Anstieg der Produktivität pro Kopf. Das Papier von Wal-Mart gewinnt leicht dazu, die Aktie von Home Depot verteuerte sich um 1,5 Prozent. Gegen Nachmittag reichte die US-Notenbank Wirtschaftsdaten nach. So fielen die Konsumentenkredite im Juni um 1,7 Milliarden Dollar. Die Mehrheit der Analysten hatten mit einem Anstieg der Kredite um 7,8 Milliarden Dollar gerechnet. Gute Nachrichten für die so verschuldeten Amerikaner. Doch ob sich auch die US-Wirtschaft über die Zahlen freut? Steigende Ausgaben helfen der Wirtschaft. Fahren die Verbraucher dagegen die Ausgaben auf Pump zurück, dürften auch die Umsätze darunter leiden. Zu spüren bekamen die Nachricht am Dienstag vor allem die Aktien der Kreditkartenanbieter. Ihre Einnahmen hängen besonders stark vom Kreditvolumen der US-Konsumenten ab.

Die Aktien der Chipbranche gehörten am Dienstag zu den größten Verlierern. Erneut erschütterten negative Analystenkommentare die Branche. Das Brokerhaus Credit Suisse First Boston rechnet in der Halbleiterindustrie mit einem Nachfrageeinbruch um 30 Prozent. Die Investmentbank stuft 20 Aktien ab. Darunter befinden sich sowohl klassische Chipunternehmen als auch Ausrüster. Erst zum Wochenstart hatte das Brokerhaus Lehman Brothers Anleger davor gewarnt, dass der wirkliche Preiskampf bei Intel nun erst beginne. Die Preise für Halbleiter wie den Pentium IV könnten um bis zu 50 Prozent gesenkt werden. Applied Materials verlor vier Prozent, Altera büßte 1,3 Prozent ein und für KLA Tencor ging es sechs Prozent ins Minus.

Erfreuliche Nachrichten gab es dagegen an der Ertragsfront. Procter & Gamble, Conesco und MetLife legten Geschäftszahlen vor. Alle drei Firmen konnten die Gewinnschätzungen um einen Cent pro Aktie übertreffen. Die Belastung außerordentlicher Kosten eingerechnet, hat Procter & Gamble allerdings den ersten Verlust seit acht Jahren zu melden. Das Unternehmen hat eine Dividendenerhöhung angekündigt. Zudem rechnet der Konzern mit einem ähnlichen Gewinnwachstum wie im laufenden Jahr. Die Aktie notiert zum Handelsschluss 0,2 Prozent schwächer.

Conesco verlor in der ersten Handelhälfte fast 18 Prozent an Wert, konnte sich jedoch schließlich auf ein Plus von fast einem Prozent vorarbeiten. Die Quartalsdaten des Finanzdienstleisters fielen zwar zufriedenstellend aus, doch reduzierte Conesco die Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr.

Die Aktie von Cisco Systems war am Dienstag das am meisten gehandelte Papier und verlor bis Handelsschluss 1,5 Prozent. Gespannt und teils beunruhigt warteten die Marktteilnehmer auf die nachbörsliche Veröffentlichung der Quartalsdaten. Doch das Unternehmen konnte die Gewinnerwartungen der Analysten mit einem Gewinn von zwei Cents erfüllen. Das Ergebnis fiel jedoch um 25 Prozent niedriger aus als im Vorjahreszeitrum. Die Aktie stand ganz oben auf der Nasdaq-Verliererliste und büßte bis zum Handelsschluss zwei Prozent an Wert ein. Nach Bekanntgabe der Daten legten die Aktien im außerbörslichen Handel zu.

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