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Uneinigkeit der Opec über Fördermenge treibt Ölpreise

Die Uneinigkeit zwischen den Mitgliedern der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) um die künftige Höhe der Fördermenge hat am Donnerstag wieder die Erdöl-Preise steigen lassen.

Reuters LONDON. Im Londoner Handel stieg die Nordseesorte Brent um 57 Cent auf 27,52 Dollar je Barrel (rund 159 Liter). Die Terminkontrakte auf US-Öl, die in der vergangenen Woche zeitweise ein 18-Monatshoch bei über 30 Dollar markiert hatten, kletterten in New York um 58 Cent auf 28,92 Dollar. Iran, Kuwait, Venezuela und Indonesien haben sich bislang gegen eine höhere Fördermenge ausgesprochen. Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass die jüngsten Preisanstiege von den Sorgen um einen möglichen US-Militärschlag auf den Irak ausgelöst seien, und nicht die zu Jahresbeginn veranlasste Drosselung der Fördermenge.

Zuvor hatte ein Opec-Vertreter in Wien erklärt, die Opec könnte sich im Streit ihrer Mitglieder um die Höhe der Fördermenge auf eine nur moderate Steigerung noch vor dem Winter einigen. Eine solche Entscheidung wäre ein Kompromiss zwischen den Opec-Ländern, die wie Saudi-Arabien für eine Anhebung seien, und den Ländern, die sich dagegen ausgesprochen hätten. "Es könnten zwischen 500.000 und 750.000 Barrel am Tag sein", fügte der Opec-Vertreter hinzu.

Anfang 2002 hatten sich die Opec-Mitglieder auf eine Senkung der Fördermenge geeinigt, um sich damit gegen die seinerzeit verfallenden Preise zu stemmen. Inzwischen ist der Ölpreis angesichts der Spannungen im Nahen Osten sowie der Diskussionen um einen Angriff auf dem Irak, wo ebenfalls große Ölvorräte lagern, an den oberen Rand der von der Opec gewollten Preisspanne von 22 bis 28 Dollar geklettert.

Die zuständigen Minister der Opec wollen auf einem Treffen am 19. September im japanischen Osaka über die Fördermengen entscheiden. Analysten und Händler erwarten, dass auf Grund des Winters in der nördlichen Hemisphäre die Nachfrage zum Ende des Jahres steigen wird. Im Falle eines Krieges gegen den Irak dürften die Preise allerdings weiter steigen, da damit die Ölversorgung insgesamt gefährdet sein könnte.

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