Uneinigkeit unter Soldaten
Reservisten machten vergeblich mobil

Zahlreiche Reservisten packten aufgrund des Verteidigungsfalles ihre Seesäcke und durften auch in der Kasene übernachten. Nach dem Frühstück mussten sie aber wieder nach Hause.

HB DÜSSELDORF. Unter deutschen Soldaten und Reservisten besteht nach Informationen des Handelsblatts (Freitagausgabe) Unsicherheit darüber, wie sich ein mögli-cher Verteidigungsfall auswirken könnte. Nachdem die Nato am Mittwochabend den Bündnisfall erklärt hatte, rückten zahlreiche Reservisten unaufgefordert in die Kasernen ein. Erst nach Stunden wurden sie wieder zurückgeschickt.

"Ich packte meinen Seesack und meldete mich - wie übrigens 13 weitere Reservisten-Kameraden aus meiner Einheit. Da es nachts um 23 Uhr war, durften wir dort übernachten und auch frühstücken. Und nach dem Frühstück hat der Spieß uns dann mit den Worten nach Hause geschickt: "Uns ist nichts über den Verteidigungsfall bekannt", berichtet ein Betroffener. Er steht nicht allein: Der Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr erhält seit Mittwochabend zahlreiche Anfragen zu möglichen Einberufungen.

Tatsächlich ist der Verteidigungsfall, der Einberufungen möglich macht, jedoch nicht ausgesprochen worden. Die Erklärung der Nato vom Mittwoch steht unter dem Vorbehalt, dass nachgewiesen ist, dass der Angriff auf die USA von außen veranlasst wurde. "Es gibt derzeit in Zusammenhang mit den Ereignissen in den USA keine Einberufungen", beruhigte deswegen der Generalsekretär des Reservistenverbandes Oberst a. D. Helmut Feise, am Donnerstag die Reserve-Einheiten.

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