Unerwartet hohe Teuerung
Euro-Renten unter Druck

Reuters FRANKFURT. Eine über den Erwartungen liegende Teuerungsrate von 2,8 % im September in der Euro-Zone hat am Dienstag die europäischen Rentenmärkte belastet. Händlern zufolge zeigte der Markt dagegen keine erkennbare Reaktion auf die Einigung Israels und der Palästinenser, die gewaltsamen Auseinandersetzungen zu beenden. Trotz der Stabilisierung bei Kursen nahe 0,85 $ behielten die Investoren dagegen die Entwicklung des Euro im Auge. Der Markt warte zudem auf die Daten zur US-Industrieproduktion für September, die gegen 15.15 Uhr MESZ veröffentlicht werden. Von Reuters befragte Analysten rechnen hier mit einem Anstieg von 0,1 % nach einem Plus von 0,3 % im Vormonat.

Der Bund-Future notierte gegen 14.20 Uhr MESZ acht Ticks im Minus bei 105,50 Punkten. Der Bobl-Future gab zehn Stellen auf 103,72 Punkte nach. Der Schatz-Future notierte zwei Zähler schwächer mit 101,57 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2010 notierte zur Kasse mit 100,22 nach 100,24 % am Vortag. Gegen 14.20 Uhr MESZ notierte das Papier mit 100,17 % und rentierte auf diesem Niveau mit 5,214 %.

Die börsennotierten öffentlichen Anleihen notierten am Montag überwiegend schwächer. Neun gehandelte Titel gewannen bis zu 0,010 %punkte, während 72 Papiere bis zu 0,090 %punkte verloren. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen blieb mit 5,23 % jedoch unverändert. Die Bundesbank kaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 124,4 (Vortageskäufe 178,9) Mill. Euro. Der Rex-Rentenindex fiel um 0,02 % auf 110,2536 Punkte.

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone im September ließen die Kurse Händlern zufolge um wenige Ticks zurückfallen. Nach Berechnungen des Statistikamtes der Europäischen Union, Eurostat, stiegen die Verbraucherpreise in der Euro-Zone im September mit einer Jahresrate von 2,8 % nach 2,3 % im Vormonat. Analysten hatten mit einem Anstieg der Jahresteuerung von 2,7 % gerechnet.

Entgegen den Erwartungen ließ die Einigung zwischen Israel und Palästinensern auf eine Beendigung der Gewalt den Markt zunächst unberührt, hieß es im Handel. US-Präsidenten Bill Clinton gab eine entsprechende Erklärung im Namen beider Seiten am Dienstag zum Abschluss des Nahost-Gipfels in Scharm el Scheich ab. Israel habe zudem einer internationalen Untersuchung der seit Jahren schlimmsten Unruhen zugestimmt, sagte er. Nach palästinensischen Angaben verlangen sie aber, dass die Ermittler von Clinton und UNO-Generalsekretär Kofi Annan benannt werden.

Die Entwicklung des Euro werde am Markt weiterhin sehr genau beobachtet, sagten Händler weiter. Nachdem sich der Kurs aber nahe 0,85 $ stabilisiert habe, gehe von hier kaum Bewegung aus. Auch Marktgerüchte über einen Rücktritt von EZB-Präsident Wim Duisenbergs lösten kaum eine Reaktion aus. Sie wurden von der Europäischen Zentralbank (EZB) als "absoluter Unsinn" dementiert. Auch das Bundesfinanzministerium und die Europäische Kommission haben EZB-Chef Wim Duisenberg gegen Kritik in Schutz genommen. Die Kommission sprach Duisenberg ihr "absolutes Vertrauen" aus. Der Sprecher des deutschen Finanzministeriums, Torsten Albig, sagte in Berlin: "Wir sind zufrieden mit der Arbeit des EZB-Präsidenten und der Europäischen Zentralbank". Am Montag war der EZB-Chef wegen seiner Aussagen zu Devisenmarktinterventionen scharf kritisiert worden, da er nach Ansicht von Devisenhändlern und Volkswirten in einem Zeitungsinterview signalisiert habe, die EZB werde keine weiteren Stützungskäufe für den Euro vornehmen.

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