Unerwartet schwache US-Konjunktur
Sorge drückt Dax unter 5 000 Punkte

Ein unerwarteter Rückgang des US-Konjunkturbarometers hat am Pfingstmontag den Dax unter die Marke von 5000 Punkten gedrückt. Der Leitindex ging um 0,74 Prozent schwächer mit 4 998,99 Punkten aus dem Handel.

dpa FRANKFURT. Am Neuen Markt gab der Nemax 50 um 1,70 Prozent auf 854,86 Zähler nach. Die Indizes folgten damit einer schwächeren Wall Street. Ein Aufschwung bei der Beiersdorf - Aktie nach Spekulationen über Übernahme-Absichten des Kosmetikriesen L'Oreal führte dagegen den MDax der 70 mittelgroßen Werte um 0,73 Prozent ins Plus auf 4476,62 Punkte.

Der Dax wurde von einer robusten Nachfrage nach Aktien des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP gestützt. Nach den herben Verlusten in der Vorwoche auf Grund von Spekulationen über Bilanzierungstricks zog der Kurs um 15,80 Prozent auf 47,19 Euro an, nachdem das Unternehmen seine Wachstumsprognosen bekräftigt hatte. Allerdings meldete die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) am Montag erneut Zweifel an der MLP-Bilanzlegung an.

Kräftig verteuerte sich im MDax die Aktie des Hamburger Nivea- Herstellers Beiersdorf, nachdem Spekulationen um eine Übernahme durch den französischen Branchenriesen L'Oreal laut wurden. Obwohl die Berichte zunächst unbestätigt blieben, stieg der Kurs im Parketthandel um 7,59 Prozent auf 134,60 Euro.

Die Aktie von Siemens konnte anfängliche Gewinne nach Bekanntgabe des Verkaufs ihrer US-Internettochter Unisphere an den US- Netzwerkausrüster Juniper Networks nicht halten und sank bis zum Abend um 0,50 Prozent auf 71,35 Euro. Siemens erhält für Unisphere insgesamt 740 Millionen US-Dollar (805 Millionen Euro).

Insgesamt waren die Umsätze wegen des Feiertags niedrig. "Die deutschen Kunden sind so gut wie gar nicht präsent", sagte ein Händler.

Die Automobilwerte im Dax gaben ihre frühen Gewinne im Handelsverlauf ab. Der Kurs der Volkswagen-Aktie sank um 0,13 Prozent auf 56,65 Euro, während Daimler-Chrysler-Papiere 1,13 Prozent auf 53,28 Euro verloren. Zunächst waren die Autoaktien gefragt, nachdem der japanische Nissan-Konzern im zweiten Jahr in Folge einen Rekordgewinn vorgelegt hatte.

MAN-Aktien büßten nach den enttäuschenden Bilanzzahlen der Vorwoche weitere 3,13 Prozent auf 25,36 Euro ein. Die Aktie von Infineon sank mit einem Abschlag von 4,25 Prozent auf 19,15 Euro ganz an das Ende des Kurszettels. Weiterhin laste die Unsicherheit über die Entwicklung der Verkaufspreise für DRAM-Speicherchips auf dem Infineon Kurs, erklärten Händler.

Das US-Konjunkturbarometer war im April zum ersten Mal seit sieben Monaten wieder gesunken - ein Hinweis darauf, dass sich das Wirtschaftswachstum in den USA verlangsamt. Der Index der zehn wichtigsten US-Wirtschaftsdaten fiel im April um 0,4 Prozent, wie das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, am Montag mitteilte. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,1 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 0,1 Prozent im März.

In den USA verlor der Dow Jones zum Börsenschluss in Deutschland ein Prozent auf 10 252 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq gab 2,3 Prozent auf 1 701 Zähler nach. Europaweit blieben die Umsätze gering, nachdem am Mittag das gemeinsame Handelssystem der Börsen in Paris, Brüssel und Amsterdam namens Euronext für gut drei Stunden zusammengebrochen war. Der in Paris ermittelte EuroStoxx-Index aus den 50 wichtigsten Aktien des Euro-Währungsraums verlor ein Prozent auf 3 518,98 Punkte.

Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9202 (Freitag: 0,9152) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0867 (1,0927) Euro.

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