Unerwünschte Werbemails
US-Gericht verhängt Millionenstrafe gegen Spam-Versender

Ein US-Unternehmen, das Millionen unerwünschter Spam-Mails verschickt hatte, hat eine hohe Strafe und zehnjähriges Berufsverbot erhalten. Pikant: Die Firma warb in den unerbetenen Mails für Spamming.

HB BERLIN. Das erst im Januar in Kraft getretene kalifornische Gesetz gegen die massenhafte Versendung unerwünschter E-mails, der sogenannten Spams, ist jetzt erstmals angewendet worden: Das Bezirksgericht von Santa Clara verhängte am Freitag eine Strafe von zwei Millionen Dollar gegen das Unternehmen PW Marketing LLC. Das berichteten am Wochenende US-Medien.

Den beiden Firmeninhabern wurde zudem verboten, in den kommenden zehn Jahren erneut Werbegeschäfte über das Internet zu betreiben. Das Unternehmen verschickte demnach Millionen unerbetener E-mails, in denen - besonders delikat - für Computerprogramme zum Spammen geworben wurde. Außerdem habe PW Marketing Listen mit kalifornischen E-mail-Adressen zum Verkauf angeboten.

Wie die Anklagevertreter hervorhoben, verstieß das Unternehmen gegen das Gesetz, da es in den Spam-Mails keine kostenfreie Telefonnummer angegeben habe, unter denen Empfänger der Spams eine weitere Zusendung hätten stoppen können. Die Spam-Mails hätten auch keine gültige E-mail-Absenderadresse gehabt und seien in der Betreffzeile auch nicht mit dem Kürzel «ADV» versehen gewesen. Dies ist in dem Gesetz vorgeschrieben, um Werbe-Mails (Advertisements) zu kennzeichnen.

Dem Gesetz zufolge, das seit 1998 existiert und zu Jahresbeginn 2003 verschärft worden war, müssen Firmen ferner nachweisen, dass mit dem Empfänger der Werbe-Mail eine Kundenbeziehung besteht oder eine Einwilligung des Empfängers vorliegt. Der Bundesstaat Kalifornien hatte nach zahlreichen Beschwerden von Spam-Empfängern Klage gegen PW Marketing eingereicht. Von der Strafe erhofft sich das kalifornische Justizministerium auch eine abschreckende Wirkung für andere Spammer.

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