Unfallprävention mal anders
Polizei warnt per SMS vor Kontrollen

Die Polizei in Osthessen geht zur Unfallverhütung ungewöhnliche Wege: Sie schickt jungen Autofahrern per SMS Hinweise auf verstärkte Alkohol- und Drogenkontrollen, schlechtes Wetter und bereit stehende Taxen.

dpa FULDA. Mit der ungewöhnlichen Aktion will das Polizeipräsidium Osthessen in Fulda gemeinsam mit den Landkreisen die Einsicht bei Autofahrern verstärken, sich zum Beispiel nach einem Glas Alkohol zu viel nicht mehr ans Steuer zu setzen.

Mehr als 1 000 junge Handy-Besitzer, die sich bislang per Internet für den SMS-Service angemeldet haben, können die Kurznachrichten empfangen. Am Freitag gab die Polizei in Fulda den Startschuss für die Aktion. Auch flotte Sprüche wie "Lieber nüchtern am Steuer als besoffen im Polizeiauto" oder "Lieber den Schlüssel abgeben als den Löffel" sollen dabei auf die Handys geschickt werden. Aber es gibt auch skeptische Stimmen und Bedenken, ob die Aktion bei jungen Leuten Wirkung zeigt.

Gerade sie machen einen hohen Anteil der Unfallverursacher und Opfer aus. Zudem sei die Zahl schwerer Unfälle im Gegensatz zum bundesweiten Trend in Osthessen nicht zurückgegangen, begründet der Leiter des Einsatzstabes, Polizeidirektor Günther Voß, die Aktion. Fraglich ist aber, ob sich ein Erfolg der Präventions-Initiative messen lässt. "Ich weiß nicht, ob man das Ergebnis an den Unfallzahlen sehen wird", sagt Voß. "Aber wenn wir damit nur ein Menschleben retten, haben wir das Geld allemal verdient".

Die Gebühren für die Kurznachrichten bezahlt das Polizeipräsidium in Fulda. Die Kosten für die Technik und die Internet-Homepage sind mit einer Spende von rund 50 000 Euro an den Landkreis Fulda abgedeckt worden. Unterstützung hat die Polizei unter anderem schon bei Taxiunternehmen gefunden, die junge Autofahrer etwa von der Disco für einen günstigeren Preis nach Hause bringen. Außerdem gibt es auch Gutscheine für Taxifahrten zu kaufen, die Eltern ihren Kindern schenken können.

Der SMS-Service allein reicht zur Unfallverhütung nicht aus, weiß auch die Polizei in Osthessen. Deshalb gehen Beamte in Schulen und zu Partys, um direkt mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. Vor allem aber setzt die Polizei auf scharfe Verkehrskontrollen. Dabei wird den jungen Autofahrern, die den SMS-Service nutzen, auch deutlich gemacht: Selbst wenn die Polizei Kurznachrichten verschickt, bleibt die Hand am Handy während der Fahrt verboten.

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