Ungar soll Auszeichung für Verdienste um Europa erhalten
Festakt zur Karlspreis-Verleihung an Schriftsteller Konrad begonnen

afp AACHEN. Im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses hat am Donnerstag der Festakt zur Verleihung des internationalen Karlspreises an den Ungarn György Konrad begonnen. Der Schriftsteller, Soziologe und Psychologe erhält den renommierten Preis wegen seines Engagements für das Zusammenwachsen Europas und die Errichtung von offenen Gesellschaften. In der Würdigung des Karlspreis-Direktoriums heißt es, Konrad sei aufgrund seines schriftstellerischen, kulturpolitischen und essayistischen Wirkens wie kaum ein anderer Intellektueller geeignet, den Menschen in Europa "die aus den gemeinsamen Werten resultierenden Aufgaben zu verdeutlichen". Die Laudatio auf den neuen Karlspreisträger soll der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog halten, der 1997 selbst mit dem Preis ausgezeichnet wurde.

Konrad wurde 1933 als Sohn eines jüdischen Eisenwarenhändlers im ungarischen Debrecen an der rumänischen Grenze geboren. Er verlor einen großen Teil seiner Familie während der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten. Schlagartig bekannt wurde der Schriftsteller durch seinen 1969 veröffentlichten ersten Roman "Der Besucher". In den 70er Jahren geriet er mit dem kommunistischen System in Ungarn in Konflikt; 1974 wurde er verhaftet und in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Die ihm zuvor angebotene Ausreise hatte er abgelehnt. Konrad, der wiederholt offen für die polnische Gewerkschaftsbewegung «Solidarnosc» Partei ergriff, war zwischen 1990 und 1993 Präsident des Internationalen Penclubs. 1991 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Der traditionell am Himmelfahrtstag verliehene Aachener Karlspreis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen Europas. Er wird seit 1950 an Männer und Frauen vergeben, die sich in einflussreichen Positionen um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählen der frühere US-Präsident Bill Clinton, Großbritanniens Premier Tony Blair und Polens Außenminister Bronislaw Geremek.

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