Ungarischer Diskuswerfer geht in Berufung
Riedel bezichtigt Fazekas des systematischen Betrugs

Der ungarische Diskuswerfer Robert Fazekas will gegen die Aberkennung seines Olympiasieges Berufung bei der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) in Athen einlegen.

HB ATHEN. Der Skandal um den gestürzten Diskus-Olympiasieger Robert Fazekas hat sich zu einem brisanten Doping-Krimi ausgeweitet. Einen Tag nach der Aberkennung seiner in Athen gewonnenen Goldmedaille, die er wegen der Verweigerung einer Urin-Kontrolle wieder verlor, bezichtigte sein deutscher Rivale Lars Riedel den Magyaren des systematischen Sportbetrugs. "Ich haben im letzten Jahr gezeigt bekommen, wie er Doping-Kontrollen manipuliert", erklärte der fünfmalige Weltmeister aus Chemnitz am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

Europameister Fazekas hingegen hat angekündigt, gegen seinen Olympia-Ausschluss Berufung bei der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) einlegen zu wollen. Unterdessen bestätigte der Chef de Mission des ungarischen Teams, Zoltan Molnar, dass auch dem Gewichtheber Zoltan Kovacs der Bann von den Spielen droht. Auch er hat nach seinem Wettkampf in der Klasse bis 105 kg einen Test regelwidrig vorzeitig verlassen.

Der 37 Jahre alte Riedel hatte beim Leichtathletik-Meeting am 19. Juli in Cuxhaven von einem ungarischen Werfer sogar eine Skizze erhalten, auf der dargestellt sei, mit welcher Technik Fazekas Doping-Tests manipuliere, indem er Fremdurin statt seines eigenen Harns abgibt. "Auf dem Zettel war eine lange Röhre mit Schaft zu sehen, eine Art Katheder", erzählte der Olympiasieger von 1996, der wegen einer Verletzung das Athener Finale am Montagabend vorzeitig abbrechen musste. Da nur der Ungar Roland Varga auf der Ergebnisliste des Cuxhavener-Meetings als Achter auftauchte, müsste er der Tippgeber gewesen sein. "Der Ungar hat auch noch gesagt: Sein Körper (Fazekas') ist voll mit Steroiden."

Diese Informationen habe Riedel an den Deutschen Leichtathletik- Verband (DLV) weitergegeben, der wiederum den Weltverband IAAF von diesen Anschuldigungen unterrichtete. "Ich weiß davon. Wir haben einen anonymen Brief erhalten", bestätigte der ungarische IAAF-Generalsekretär Istvan Gyulai. Geschehen sei daraufhin aber nichts, klagen Riedel und sein Trainer Karlheinz Steinmetz. "Es hat keine Zielkontrollen für Fazekas gegeben", meinte der erboste Coach, der zudem Gyulai beschuldigt, die schützende Hand über seinen Landsmann gehalten zu haben: "Man wird recherchieren müssen, welche Rolle Gyulai spielt und ob er das gedeckt hat." Steinmetz sprach von "Mafia-Bedingungen" in Ungarn und sagte: "Ich weiß noch viel mehr."

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