Ungarn darf wieder hoffen - Tschechen bleiben Niederlanden auf den Fersen
Griechenland feiert Bankdrücker Charisteas

Mit dem ersten Sieg in der WM-Qualifikation hat Europameister Griechenland das dringend benötigte Lebenszeichen von sich gegeben. Für Belgien ist dagegen der WM-Zug so gut wie abgefahren. Entsetzen herrscht auch am Borsporus.

HB HAMBURG. In Bremen noch immer zweite Wahl, im Land des Europameisters unumstritten die Nummer eins: Angelos Charisteas unterstrich beim 3:1 gegen Kasachstan einmal mehr, dass er in Griechenland der Mann für die wichtigen Tore ist. "Super! Der Motor des Europameisters läuft wieder. Charisteas war klasse", feierte das Blatt "SporTime" den zweifachen Torschützen, der den Hellenen nach ihrem Stotterstart in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2006 auf die Sprünge half. "Wir sind noch am Leben", bejubelte "To Wima" den ersten Pflichtspiel-Sieg seit dem gewonnenen EM-Finale im Juni in Portugal.

Auch Otto Rehhagel atmete erleichtert auf. "Es war ein unangenehmes Spiel, weil wir klarer Favorit waren. Die Kasachen mit ihrer Zehn-Mann-Deckung haben es uns sehr schwer gemacht", bekannte der Trainer, dessen Wunsch nach mehr Spielpraxis für den "hellblauen Engel" Charisteas vielleicht schon bald in Erfüllung geht. Nach Informationen des griechischen Fernsehens befand sich unter den 33 000 Zuschauern im Karaiskakis-Stadion von Piräus auch Ronald Koeman. Der Coach von Ajax Amsterdam sei gekommen, um den Werder - Stürmer zu beobachten. Der an der Weser inzwischen unzufriedene EM- Held sagte nur: "Ich könnte mir vorstellen, im Ausland zu bleiben, weil es mir dort gefällt. Ich möchte aber spielen."

Was Angelos Charisteas für die Griechen, ist Andrej Schewtschenko für die Ukraine. Mit seinem Doppelpack zum 3:0-Sieg in Istanbul nährte der 28-jährige Torjäger des AC Mailand die Hoffnungen auf die erste WM-Teilnahme seines Landes und stürzte die Türkei in tiefe Depression. Von "kalte Dusche" ("Sabah") über "Albtraum" ("Hürriyet") bis zu "nationales Drama" ("Milliyet") reichten die Reaktionen der Presse im Land des WM-Dritten, der bei fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Ukraine fürchten muss, nach der EURO 2004 ein weiteres großes Turnier zu verpassen.

"Um noch Gruppen-Erster zu werden, ist die Mannschaft jetzt auf ein Wunder angewiesen", malte "Sabah" nach der ersten Niederlage unter der Regie von Trainer Ersun Yanal ein düsteres Zukunftsbild. Die Rücktrittsrufe der Fans auf der Tribüne des Fenerbahce-Stadions hinterließen beim Coach ihre Spuren. "Wenn nach jedem schlechten Ergebnis solche Forderungen erhoben werden, wird sich bald niemand mehr für diesen Job finden", wetterte er.

Während Lothar Matthäus mit seinen Ungarn nach dem 2:0-Sieg in Malta wieder auf die WM-Teilnahme hoffen darf, ist der Zug für Belgien praktisch schon abgefahren. "Aus und vorbei", sagte Nationaltrainer Aime Antheunis nach der 0:2-Heimniederlage gegen Serbien-Montenegro. Mit nur einem Punkt aus drei Spielen der Gruppe sieben ist der WM-Vierte von 1986 im Kampf um die Tickets zur Endrunde schon aussichtslos ins Hintertreffen geraten. "World Cup 2006: Schluss!", titelte die Zeitung "De Morgen".

"Deutsche" Tore durch die Bundesliga-Legionäre Vratislav Lokvenc (VfL Bochum) und Jan Koller (Borussia Dortmund) zum 2:0 in Mazedonien brachten Tschechien in der Gruppe 1 auf Tuchfühlung zu Spitzenreiter Niederlande. Einen weiteren Aufschwung erhofft sich Trainer Karel Brückner von einer Rückkehr von Pavel Nedved ins Team. Europas Fußballer des Jahres erwägt nach Angaben aus Prag den Rücktritt vom Rücktritt.

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